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Neuss
Musik und Tanz in inspirierendem Dialog

Neuss. Die futuristischen Museumsräume der Langen Foundation lieferten Idee zum Programm "Klang - Bewegung - Raum". Von Hansgeorg Marzinkowski

Seit das internationale Niederrhein-Musikfestival die Langen Foundation auf der Raketenstation Hombroich als Veranstaltungsort entdeckt hat, gab es dort schon vielfältige musikalische Höhepunkte. Erstmals wurden aber jetzt die futuristischen Museumsräume des japanischen Architekten Tadao Ando selbst zur Idee des Programms "Klang - Bewegung - Raum". Musik und Tanz verschiedener Zeiten und Kulturen wurden in dem Saal mit der großen Rampe etabliert, die besonders dem Tänzer Paul Calderone viele Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche Choreographie bot.

Der gebürtige Kanadier ist seit 2011 in der unter Martin Schläpfer aufstrebenden Compagnie "Ballett am Rhein" fest engagiert. Wenn er die Rampe als "Laufsteg" nutzte, konnten die vielen Besucher des ausverkauften Konzertes besonders gut seinen Atem raubenden und bis zur Akrobatik reichenden Tänzen folgen, die zumeist exzellent auf die Musik hin choreographiert waren. Eine von jeglichem Überfluss freie Kostümierung (von der Malerin Yvonne Schweidtmann) und sparsame Requisite zog die Konzentration vor allem auf ruhige Tänze wie Béla Batóks "Kettentanz" oder auf wenige Sequenzen ganz ohne Ton.

Das Duo Anette Maiburg (Flöte und Künstlerische Leiterin des Festivals) und Andreas Mildner (Harfe) hatten Werke verschiedener Zeiten und Kulturen ausgewählt. Zwei der bekanntesten Klavierwerke von Claude Debussy standen zu Beginn, die wegen ihres romantischen Duktus auch für Flöte und Harfe arrangiert wurden. Vor allem "Clair de Lune" aus der "Suite bergamasque" wurde mit Tanz zum Ereignis. Der französische Komponist André Caplet hat diese Suite auch orchestriert.

In seinen zwei "Divertissements für Harfe" schuf er originelle Kammermusik mit impressionistischen Zügen im Stil der Zeit (1924). Andreas Mildner zauberte auf seiner Harfe in vielen Schattierungen und überraschenden Abstufungen. Zum Ende begeisterten vor allem die biblischen Erzählungen der zeitgenössischen Komposition "Narthex" von Bernard Andrès, deren Dramatik Anette Maiburg mit extensiver Körpersprache zu ihrem perfekten Spiel unterstrich.

Sehr viel Applaus, vor allem für die tänzerischen Leistungen und die ausnahmslos an der Musik orientierte Choreographie in den Räumen der Langen Foundation.

Quelle: NGZ
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