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Neuss
Neusser diskutieren bei Facebook über Bürgerwehr

Übergriffe in Köln: Was wir wissen – was wir nicht wissen
Übergriffe in Köln: Was wir wissen – was wir nicht wissen
Neuss. Die Polizei blickt mit Sorge auf sich mehrende Äußerungen von Neussern bei Facebook, die sich zu einer Bürgerwehr zusammenschließen möchten. Polizeisprecher Hans-Willi Arnold stellt klar, dass dies der falsche Weg sei.

"Wir freuen uns zwar über alles, was die Sicherheit erhöht und appellieren an die Bürger zu Aufmerksamkeit - und dazu, im Zweifelsfall die Polizei zu rufen", sagt er. "Wir warnen aber ausdrücklich vor Selbstjustiz. Eine Bürgerwehr braucht kein Mensch. Das Gewaltmonopol hat die Polizei. Selbstjustiz ist verboten und strafbar."

Nach den Übergriffen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof wird zum Beispiel in der Facebook-Gruppe "Nüssbook - Neusser helfen Neussern" über eine Bürgerwehr für die Quirinusstadt diskutiert. Der Initiator fürchtet für Neuss "rechtsfreie Räume" und sorgt sich um die Sicherheit. In einem Video auf der Plattform Vimeo hat er zudem klargestellt, was ihn zu dem Bürgerwehr-Vorschlag bewogen hat. Darin wendet er sich gegen jede Form von rechtsradikalem Duktus, spricht sich gegen die Stigmatisierung ethnischer Gruppen aus und plädiert für ein friedliches Vorgehen. Es müsse zunächst ein Treffen geben, bei dem diskutiert werde, wie die Bürgerwehr im Detail aussehen könne.

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Allerdings kocht die Diskussion in der Facebook-Gruppe zwischen Bürgerwehr-Befürwortern und Skeptikern durchaus hoch. Sollte es zu einer Bürgerwehr kommen, so mahnt ein Gruppenmitglied, fühle er sich in seiner Stadt nicht mehr wohl. Er möchte nicht, dass besorgte Bürger losziehen und "Polizei spielen". Ein anderer mahnt: "Manche Schnapsidee sollte lieber im Schnapsglas bleiben."

(abu)
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