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Neuss
Selikumer Park - Stadt gesteht Fehler ein

Neuss: Selikumer Park - Stadt gesteht Fehler ein
Peter Parmentier (3. v.l.) und und Frank Lammerz (rechts daneben) vom Amt für Umwelt und Grünflächen traten mit Bürgern vor dem Eingang zum Selikumer Park in den Dialog. FOTO: woi/jasi (2)
Neuss. Dass die Verwaltung die Sperrung des Geländes inklusive Arboretum plötzlich um Monate verlängerte, zog den Unmut von Bürgern auf sich. Gestern trat das Grünflächenamt mit ihnen in den Dialog. Und zeigte sich selbstkritisch. Von Simon Janssen

Für Bernd Kahlbau gehört die Runde durch den Selikumer Park mit seiner Hündin Maya zum festen Tagesablauf. So war es zumindest noch bis vor einigen Wochen. Denn seit der Sperrung des Geländes Ende Oktober muss er - wie viele weitere Bürger - eine Ausweichroute nehmen. Noch immer herrscht Unverständnis bei den Nutzern des Parks über das Verhalten der Stadt. Denn ursprünglich war die Sperrung des Selikumer Parks samt Baummuseum Arboretum lediglich für die Herbstferien angekündigt worden. Doch dann hieß es plötzlich: Kein Zutritt bis Mitte Februar! "Das hätte mit den Bürgern besser kommuniziert werden müssen. Wir wussten gar nicht, was überhaupt los ist", sagt Kahlbau.

Wegen des Unmuts der Bürger lud das Amt für Umwelt und Grünflächen gestern zum Dialog am Parkeingang nahe des Kinderbauernhofs. Peter Parmentier und Frank Lammerz verdeutlichten unter anderem mit Bildern, warum die Arbeiten in dem Park, der im Flächennutzungsplan eigentlich als Wald eingetragen ist, zwingend notwendig sind. Nämlich um Menschen, die den Park betreten, zu schützen - etwa vor herunterfallenden Ästen. Bereits am 17. Oktober seien durch externe Dienstleister akute Baumschäden in dem Bereich gemeldet worden. Sie stellten fest, dass die Bäume in einem wesentlich schlechteren Zustand sind, als zunächst eingeschätzt.

"Aber warum wurde nicht gleich die lange Sperrung vermeldet, sondern immer häppchenweise verlängert?", fragten die Bürger unisono. Frank Lammerz gestand ein: "Wir waren ein bisschen zu optimistisch." Heißt: Die von der Stadt vorerst verhängte Dauer der Parksperrung von zwei Wochen sollte sich als zu kurz bemessen erweisen. Lediglich für die Erftläufe von DJK und Ruderverein wurden Teile des Parks wieder freigegeben. Eine Führung durch das Arboretum konnte ebenfalls wenige Tage nach der ersten Sperrung Ende Oktober durchgeführt werden. Wenn auch nur in Begleitung eines Experten vom Grünflächenamt.

Eingänge werden unter anderem mit Ketten versperrt. FOTO: Simon Janssen

Je nach Witterungsverlauf und dem Fortschritt der Arbeiten soll ein Teilbereich des Parks bereits Ende Januar freigegeben werden. "Wir nehmen nicht alles weg, was nicht niet- und nagelfest ist, sondern versuchen, den Bestand so weit wie möglich zu erhalten", kündigte Parmentier an.

An den Maßnahmen an sich üben die Bürger auch keine Kritik. Ihnen geht es um die ihrer Ansicht nach mangelhafte Informationspolitik der Stadt. "Man hätte uns aufklären können", sagt auch Marlene Conrads, Vorsitzende des Heimatvereins "Gartenvorstadt" Reuschenberg. An den verschlossenen Toren sei lediglich der Hinweis "Baumpflegearbeiten" mit dem voraussichtlichen Wiederöffnungstermin zu finden gewesen. "Dann hingen aber plötzlich Zettel mit einem anderen Datum an den Toren", sagt Conrads, die die wichtige Funktion des Parks hervorhebt: "Er ist ein Naherholungsgebiet - auch für Menschen aus umliegenden Ortsteilen." Bereits nach dem Sturm "Ela" war der Park anderthalb Jahre gesperrt gewesen. Nun müssen sich Bürger erneut in Geduld üben.

Die Bürger sichteten Bilder von betroffenen Bäumen. FOTO: Simon Janssen
Quelle: NGZ
 
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