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Neuss
Stark wie zwei - Ötte und Udo Lindenberg

Neuss. Heute wird Udo Lindenberg 70. Christian Otte ("Ötte") aus Grefrath ist Musiker und hat Lindenberg kennengelernt - und mehrfach getroffen. Von Andreas Buchbauer

Vielleicht geht es gar nicht, dass die Textzeile eines Liedes für einen Menschen noch mehr Bedeutung hat. "Wir wollen doch einfach nur zusammensein", singt Udo Lindenberg über sein "Mädchen aus Ostberlin" - und schon ist sie da, diese Betroffenheit, diese Verbundenheit, dieses Aus-der-Seele-sprechen. Wenn Songtexte so ins Herz treffen, schaffen sie innere Verbrüderung. Christian Otte (52) lehnt sich kurz in seinem Gartenstuhl zurück. "Udo hat irgendwie immer den Nerv getroffen", sagt er.

Unter seinem Künstlernamen Ötte hat er sich im Rhein-Kreis selbst einen Namen als Musiker gemacht - und Lindenberg, das war schon in seiner Jugend einer seiner Helden. Auch weil dieses "Wir wollen doch einfach nur zusammensein" ihn persönlich berührte - nur dass kein Mädchen darin vorkam. "Ein Teil meiner Familie lebte damals in der DDR. Meine Cousins waren da sozusagen weggesperrt", sagt Ötte. In der Zeit der deutsch-deutschen Teilung war nichts so schwierig, wie einfach nur zusammenzusein.

Wer mit Ötte über Udo Lindenberg spricht, der spürt die Begeisterung. Heute wird der Mann, der vielleicht der einzig wahre König des deutschen Pop und dennoch so unprätentiös ist, dass er Hut statt Krone trägt, 70 Jahre alt. Es ist ein König, der stets eine Audienz gewährt - zumindest, wenn es seine Zeit zulässt. Ötte erzählt, wie er den Chef des Panikorchesters kennenlernte. Auf dem "Rockliner" war das, jener Kreuzfahrt, auf der Lindenberg mit seinen Fans in See sticht, um mal zu sehen, was hinterm Horizont so abgeht. Im Anschluss organisierte Ötte bundesweit Rockliner-Veteranentreffen, und wenn es ihn nach Hamburg zieht, dann stattet er dem Hotel Atlantic einen Besuch ab. Dort lebt Lindenberg in einer Suite. "Wenn er da ist, dann nimmt er sich Zeit für ein Gespräch", sagt Ötte. "Er ist interessiert, offen - und er hat irgendwo unter seinem großen Hut eine besondere Antenne, die es ihm ermöglicht, alles, was rund um ihn passiert, mitzukriegen."

Jetzt imitiert Ötte Lindenberg kurz, er nuschelt genau wie der Mann mit Hut und Sonnenbrille. "Ach, guck mal da, der Ötte und die Lisa", sagt Ötte richtig Lindenberg-like - und man spürt seine Wertschätzung. "Udo kann sich tatsächlich an die Namen erinnern, auch an den meiner Frau - und so oft haben wir uns nun auch nicht getroffen", meint Ötte. "Entweder Udo wird gut gebrieft oder er hat ein Hammer-Gedächtnis."

Ötte selbst beschreibt sich als "Lindenberg-Fan, aber nicht als Ultra". Doch wer sich mit dem Grefrather unterhält, spürt rasch, was Musik bedeuten kann. Das gibt er auch selbst in seinen Songs weiter. Vor kurzem ist Öttes neues Album "In stillen Momenten" erschienen. Im Herbst gibt's eine kleine Tour. Dann ist Ötte zum Beispiel im Rathaus-Forum Kaarst (7. Oktober) und im Neusser Börsencafé (15. Oktober) zu sehen. Und im kommenden Jahr feiert er 20-Jähriges auf der Bühne.

Quelle: NGZ
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