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Neuss
Zeichen der Solidarität zum 1. Mai

Neuss: Zeichen der Solidarität zum 1. Mai
Marschierte am "Tag der Arbeit" auch in seiner neuen Rolle als Arbeitgeber: Bürgermeister Reiner Breuer (Bildmitte, mit rotem Schal). FOTO: A. Woitschützke
Neuss. "Zeit für mehr Solidarität", lautete das Motto der gestrigen Mai-Kundgebung. In Neuss legt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine Veranstaltung zum "Tag der Arbeit" als Familienfest auf dem Markt an. Von Vera Straub-Roeben

Dafür, dass eine inhaltliche Botschaft gehört wurde, sorgten Bürgermeister Reiner Breuer, Sebastian Krebs, stellvertretender NRW-Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Neusserin Corinna Groß, stellvertretende NRW-Landesleiterin von Verdi, der DGB-Kreisvorsitzende Udo Fischer sowie DGB-Regionalsekretär Klaus Churt.

Solidarität, so Udo Fischer, sei Voraussetzung dafür, dass die Gesellschaft funktioniere. "Hinter uns in der Kirche gibt es auch Solidarität, dort nennt man es Nächstenliebe. Aber Solidarität ist keine Einbahnstraße - wer auf dem Grundgesetz herumtrampelt, wird keine Solidarität bekommen."

Als solidarischer Arbeitgeber präsentierte sich Reiner Breuer. Als Chef von 1400 Beschäftigten allein bei der Stadtverwaltung habe er gleich bei Übernahme seines Amtes in engem Schulterschluss mit dem Personalrat daran gearbeitet, neue Akzente zu setzen: "Den Einstellungsstopp habe ich aufgehoben und 50 neue Stellen in den Bereichen Soziales und Jugend sowie Pflege der Grünbereiche, Straßen und Plätze geschaffen - also in den Bereichen, die ausgezehrt waren."

Breuer will sich der Aufgabe stellen, die Arbeitsplätze attraktiv zu halten und dem demografischen Wandel mit der Förderung des Nachwuchses zu begegnen: "Von ehemals 17 haben wir die Anzahl der Ausbildungsplätze auf 24 erhöht, im nächsten Jahr werden es 27 sein." Und er nannte weitere Herausforderungen: So etwa die Zuwanderung und die Verpflichtung, die Menschen aufzunehmen, zu betreuen und ihnen bei der Integration zur Seite zu stehen. "Wir dürfen den Rechtspopulisten, den ewig Gestrigen, keine Chance geben, unsere Gesellschaft zu spalten. Neuss ist vielfältig und bunt, jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden." Damit sprach er auch Sebastian Krebs und Corinna Groß aus dem Herzen, die in ihren Ansprachen die jüngsten Tarifverhandlungen, den Mindestlohn, Lohngerechtigkeit für Frauen und Männer sowie den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und Bildung thematisierten.

Quelle: NGZ
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