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Neuss
Zwei neue Familienzentren auf der Furth

Neuss: Zwei neue Familienzentren auf der Furth
In der Kita Marienburg lernen und spielen ab dem Sommer 58 Kinder. Darüber hinaus wird die Kita zum Familienzentrum, das Bildungsangebote für Familien im Stadtteil macht. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Die Kitas Marienburg und Kappeswiese in der Nordstadt werden ab August zu Familienzentren zertifiziert. Sie sollen das Bildungsangebot im Stadtteil erweitern und bekommen dafür Förderung vom Land NRW. Von Andreas Gruhn

Zwei Kindertagesstätten auf der Furth sollen zu Familienzentren weiterentwickelt werden. Die Kita Marienburg der Lebenshilfe und die Kita Kappeswiese des Diakonischen Werks werden zum Kindergartenjahr 2015/16 für die entsprechende Zertifizierung vorgeschlagen. Dem hat der Jugendhilfeausschuss bereits zugestimmt. In der Kita Marienburg, in der ab dem Sommer in drei Gruppen 58 Kinder betreut werden, ist die Freude über die Entscheidung groß. "Wir können jetzt ein größeres Programm für Kinder und deren Eltern anbieten", sagt die Leiterin Monika Groterhorst. "Wir planen sprachliche, musikalische und Bewegungsangebote." Dazu sollen die Bedürfnisse von Eltern und Kindern im Stadtteil abgefragt werden. Auch in der Kita Kappeswiese, die ab dem Sommer 113 Kinder besuchen, sind neue Angebote auch für die Eltern geplant. Leiterin Vera Aumann denkt an Sprachangebote, Gesundheitsförderung, Erziehungskompetenz. "Wir schauen erstmal, welche Angebote im Stadtteil fehlen", sagt Leiterin Aumann.

Möglich macht dies die Zertifizierung als Familienzentrum, die ab August beginnt und einige Monate dauern wird. Mit dem entsprechenden Siegel des Landes ist dann auch eine entsprechende finanzielle Förderung verbunden, mit der Bildungs- und Erziehungsangebote für alle Familien im Quartier, nicht nur die der Kitakinder, finanziert werden sollen. Aus einer Kita wird so ein Teil eines Netzwerks von Bildungseinrichtungen am Wohnort. Deshalb sollen Familienzentren vor allem in solchen Stadtteilen entstehen, in denen etwa besonders viele Kinder aus Zuwandererfamilien aufwachsen und demnach verstärkt Sprachdefizite zu erwarten sind.

Das ist auch ein Grund, warum die beiden Einrichtungen auf der Furth zum Zuge kommen. Beworben hatten sich nämlich elf Neusser Kitas aus zehn Stadtteilen. Der Fokus der Auswahlkriterien durch das Land liegt dabei auf Standorten, wo Familien ein höheres Bildungs- und damit auch Armutsrisiko tragen. "Ziel ist, bessere Lebens- und Bildungschancen für benachteiligte Familien an deren Wohnort zu schaffen", heißt es bei der Stadt.

Im Stadtteil Furth-Nord, in dem die Kita Marienburg liegt, leben 22 Prozent der Kinder in Familien, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II ("Hartz IV") beziehen. In Furth-Mitte, dem Stadtteil der Kita Kappeswiese, sind es 15 Prozent. Auch in weiteren vom Land vorgegebenen Indikatoren, wie zum Beispiel Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, liegen die Stadtteile im Vergleich weit vorne. Auf der Furth-Nord liegt der Anteil der Ausländer bei 14,3 Prozent, auf der Furth-Mitte sind es 15 Prozent. Die Niedrigverdienerquote liegt im Norden bei 39,3 Prozent, in der Mitte bei 37 Prozent.

Alle Werte liegen deutlich über dem städtischen Durchschnitt, insofern wird dort das Angebot dringender benötigt als woanders. Bisher sind 19 der 83 Neusser Kitas als Familienzentrum zertifiziert. Die Kita Norfbachaue der Johanniter beendet diese Arbeit Ende Juli auf eigenen Wunsch.

Deshalb und weil das Land NRW ein weiteres Kontingent bereit stellt, werden die Marienburg und die Kappeswiese jetzt zu Familienzentren.

Quelle: NGZ
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