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Radevormwald
2400 Unfälle auf A1 am Kreuz Leverkusen

Radevormwald: 2400 Unfälle auf A1 am Kreuz Leverkusen
Völlig zerstört: Das Lkw-Führerhaus des in Duisburg gemeldeten Lastwagens (von oben gesehen), in dem im Mai 2015 der 35-jährige Fahrer getötet wurde. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)
Radevormwald. Jeder fünfte Unfall im Bereich der Köln-Leverkusener Polizei ereignet sich laut Statistik an der Kreuzung der Autobahnen 1 und 3. Von Susanne Genath

Etwa 575 Autobahnkilometer muss die Köln-Leverkusener Polizei von Leverkusen bis Bonn und von Gummersbach bis Aachen überwachen. Jeder fünfte Unfall ereignet sich aber in einem Bereich von nur 32 Autobahnkilometern, nämlich rund ums Leverkusener Kreuz. 2402 mal krachte es dort im vergangenen Jahr, teilte die Polizei jetzt bei der Vorlage der Autobahn-Unfallstatistik mit. 369 Personen kamen dabei zu Schaden, zwei Menschen starben. 96 der Verunglückten wurden schwer verletzt.

"Gerade die Zunahme an schweren Unfällen bereitet uns Sorgen", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies. Unfallschwerpunkte befinden sich auf der A1-Strecke von Burscheid nach Leverkusen mit 317 Unfällen und auf dem A3-Teilstück vom Autobahnkreuz Köln-Ost bis kurz vor dem Leverkusener Kreuz mit 933 Unfällen.

Die Polizei hat nach den zwei Todesfällen auf der A1 mit Präventionsmaßnahmen reagiert. "Hinter der Anschlussstelle Burscheid wurde ein Überholverbot für Lastwagen eingeführt", berichtet Martin Lotz, Leiter der Direktion Verkehr. Außerdem ein Tempolimit: Lkw dürfen in dem Bereich nur noch höchstens 60 Stundenkilometer fahren, Pkw 100. Das kontrolliere die Polizei auch regelmäßig mit Radarmessungen. Um Auffahrunfälle hinter der Kurve zu vermeiden, warnt jetzt außerdem eine mobile Anzeige vor Staus. Seit Einführung dieser Maßnahmen seien die Unfallzahlen in dem Bereich gesunken, zieht Lotz Bilanz. Dazu hätten auch die 31 Lkw-Stammtische der Polizeidirektion beigetragen.

105 Menschen wurden bei Zusammenstößen an einem Stauende verletzt. Auffahrunfälle seien vor allem am Übergang von der A1 auf die A3 ein Problem. Weil die A1-Brücke für Lastwagen gesperrt sei, müssten die Lkw-Fahrer kurz vorher auf die A3 abfahren, was dort regelmäßig zu Staus führe.

Von Lastwagenfahrern, die auf der für sie gesperrten A1 rückwärts fahren, weil sie dies zu spät bemerkt haben, geht hingegen nur eine geringe Gefahr aus. "Bis jetzt wurde dadurch noch kein Unfall verursacht", berichtet Polizeisprecher Dirk Weber. Offensichtlich seien die übrigen Verkehrsteilnehmer aufmerksam genug. "Außerdem fahren die Lkw-Fahrer nie die gesamte Brückenstrecke zurück, sondern nur etwa 50 Meter bis zur letzten verpassten Ausfahrt."

Die Entwicklung auf den Autobahnen auf Leverkusener Stadtgebiet ist zwiespältig. Während die Zahl der Unfälle um 186 gestiegen ist auf 1179, nahm die Zahl der Verletzten um 25 ab, von 182 auf 157. Insbesondere Baustellen waren ein Problem. Hier stieg die Zahl um 70 Prozent von 120 auf 204 Unfälle. 22 Menschen wurden dabei verletzt.

Die Polizei will die A1 übrigens auch nach Einführung der geplanten Radarfalle hinter Burscheid im Auge behalten. Wenn der Kreistag zustimmt, soll sie spätestens im Januar 2017 in Betrieb gehen. "Wenn wir feststellen, dass sich die Tempoüberschreitungen verlagern und die Verkehrsteilnehmer kurz vor und hinter der Messstelle Gas geben, werden wir dort weiterhin mit Radarmessgeräten unterwegs sein", kündigt Weber an.

Quelle: RP
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