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Radevormwald
334 Wupperaner beurteilen ihr Wohnumfeld

Radevormwald. Stadt und Kreis haben mittlerweile die Fragebögen ausgewertet, die die Anwohner der Wupperorte im Juni zurückgeschickt haben. Von Wolfgang Scholl

Als mangelhaft bezeichnen die Wupperaner das gastronomische Angebot in ihrem Stadtteil. Das ist nicht überraschend, denn außer dem Imbiss bei "Tommys" am Wuppermarkt gibt es nach der Aufgabe der Gaststätte "Zur schönen Aussicht" und dem zeitweiligen Angebot im Wülfingmuseum nichts mehr. Die Bürger konnten ihr Umfeld in fünf Stufen von "sehr gut" bis "mangelhaft" bewerten. Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes, sieht an dieser Stelle die Einrichtung einer Begegnungsstätte als ganz wichtig an. Ein Café oder ein niedrigschwelliges gastronomisches Angebot sollte damit verbunden sein.

3250 Radevormwalder wohnen in 1629 Haushalten in den Wupperorten. 334 Wupperaner haben den Fragebogen der Stadt mit einer Bewertung ihres Wohnumfeldes zurückgeschickt. "Wir hätten nie mit einer solchen Zahl gerechnet", sagt Klein. Er hat die Auswertung zusammen mit Beate Fiedler von der Kreisverwaltung bewertet. In dem Bogen konnten die Antwortenden auch ihr Alter angeben. "Wir wissen deshalb, dass zahlreiche über 60-Jährige Antworten gegeben haben, weil die offensichtlich die größten Probleme sehen", sagt Klein, der sich um das Projekt "Starke Quartiere, starke Menschen" kümmern wird.

Eine schlechte Note mit gerade noch ausreichend erhielt auch der Zustand der Straßen. "Damit sind wohl die Landstraßen gemeint, die jetzt saniert werden", sagt Klein.

Auf der Liste mit den schlechten Noten stehen auch: Arbeitsplätze und Unternehmen. Das hängt wohl damit zusammen, dass es in den Wupperorten früher zahlreiche Arbeitsplätze in den Textilfabriken gab und zahlreiche Wupperaner darauf angewiesen sind, zur Arbeitsstelle zu pendeln.

Zur Kategorie "ausreichend" gehören auch soziale Beratungsangebote für Senioren und Familien, die Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote und die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Bei den Freizeitangeboten verweist Burkhard Klein auf erste Verbesserungen im kommenden Jahr durch die Teilnahme des Dahlerauer TV am Leader-Projekt. Da soll die vereinseigene Anlage attraktiv umgebaut werden. Außerdem gebe es zwei Sportvereine und kirchliche Angebote. "Vielleicht müssen die Angebote noch besser publik gemacht werden", sagt der Rathausmitarbeiter und verweist auch an dieser Stelle auf die Notwendigkeit eines Begegnungszentrums für mehrere Generationen.

Bei den Einkaufsmöglichkeiten sagt Klein, sei der Wuppermarkt in Vogelsmühle Teil des Programms Flächenpool.NRW. Die soziale Beratung könnte ebenfalls Teil des Quartier-Projekts werden. Zwischen "befriedigend" und "ausreichend" bewerten die Wupperaner die Treffpunkte für ältere Menschen. Verbunden mit dem Mobilitätsproblem sieht Klein das topographische Problem. Die Entfernungen und die Berg- und Talanordnung seien gerade für Ältere schwer zu überwinden, vor allem, weil sich vieles wohl auf der Keilbeck und auf der Brede abspielen könnte. "Deshalb ist auch bereits das Thema Quartiersbus ins Spiel gebracht worden", sagt Klein, obwohl die Bürgerbusfahrten zum Teil mangels Bedarf eingestellt worden sind. Im Projekt gelte es zu überlegen, wie Individualität und Bedarf an Mobilitätsunterstützung verknüpft und gewährleistet werden könnten.

In der Rubrik "Sonstiges" sind sehr häufig als Defizite und Wünsche genannt worden: Erhalt der Sparkasse, Zahnarzt, Drogerie, Verkaufswagen, mangelnde Polizeipräsenz und ein öffentlicher Bücherschrank wie am Marktplatz.

Quelle: RP
 
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