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Radevormwald
Angelika Milster sorgt für Gänsehaut und Begeisterung bei den Zuhörern

Radevormwald. Zum wiederholten Mal erhob Angelika Milster am Samstagabend ihre unverwechselbare Stimme in einem Gotteshaus in Radevormwald. Gänsehaut gab es dieses Mal in der Lutherischen Kirche an der Burgstraße. Der Altarraum mit seinem gediegenen Fensteraufbau, zartrot angestrahlt, diente der Künstlerin als imposante Kulisse. Angelika Milster im schwarzen Wollmantel begrüßte ihre zahlreichen Konzertgäste und begann überraschend schnell mit einem kraftvollen Entree.

"People" hieß der Song, der nicht nur von den Menschen handelte, sondern auch diese gleichzeitig berührte. "Oh, was für eine Stimme", war sogleich in einer der voll besetzten Bänke zu hören. Später meinte Zuhörerin Elisabeth Späth, dass sie häufig eine Gänsehaut bekommen habe. Laute, sehr kräftige Klänge waren von Angelika Milster zu hören, wie auch sanfte Liedpassagen. Sie unterstrichen die anspruchsvollen Liedertexte der kurzen Staffel kritischer Songs. Hier nahm die Künstlerin sprichwörtlich kein Blatt vor den Mund. Zu ihrem breiten Repertoire (nach eigener Angabe mehr als 450 Songs) gehören Lieder, die teils älter, dennoch durch das derzeitige Weltgeschehen aktuell sind. Der einstige Musicalstar ("Cats") sang von Hass und Gewalt, Ungerechtigkeit und Umweltkatastrophen. "Ich hab geträumt", ein Lied über Menschlichkeit, dessen Text Martin Luther King schrieb, war darunter. Weiter sorgte der Song "Sag mir wo die Blumen sind? Wo sind sie geblieben?" ein eher bedrückendes Gefühl. Doch die Künstlerin punktete mit ihrer Flexibilität. Eben noch schweres Herz, zauberte sie nun Rührung durch den Gesang ihres Lieblingsliedes "Guten Abend, gute Nacht" in die Kirche. "Lieder sind Begegnungen. Sie erzählen uns Geschichten, machen uns nachdenklich, traurig oder erfreuen uns", sagte sie über ihr Programm "Begegnungen".

Angelika Milster zeigte mit den kirchlichen Liedern, dass sie es sogar mit registerstarken Tönen der großen Orgel aufnehmen kann. Beim "Agnus dei" sang sie aus vollem Herzen gegen die Klänge des Kircheninstrumentes an. Tosender Beifall war der verdiente Lohn. Vermutlich hatten viele Besucher auf ein angekündetes Lied von Edith Piaf gewartet. Und es kam. "Mon Dieu", sonst in dunkler Stimmlage verpackt, erhielt durch die Stimme von Angelika Milster ein ganz neues musikalisches Gewand. Die Künstlerin wusste zu jedem ihrer Lieder etwas zu berichten. Eine Künstlerin zum Anfassen. "Musik kann uns umarmen", sagte sie und sang das von Tenorsänger Rudolf Schock bekannte "In mir klingt ein Lied". Sanfte, zärtliche Töne, die keineswegs leise klangen. "Ich bin mit der klassischen Musik aufgewachsen", sagte die Künstlerin. Dies habe sie sehr geprägt. Klassische Arien gehörten so neben Songs aus Musicals oder Chansons zu ihrem Programm. Jürgen Grimm begleitete sie auf der Orgel. Das Gesamtpaket stimmte. Die Besucher erlebten ein beeindruckendes Konzert mit einer großartigen Sängerin.

(sig)
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