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Radevormwald
Der Berufsschul-Zweckverband löst sich jetzt auf

Radevormwald. Einstimmiger Beschluss auch in der Verbandsversammlung. Die Schülerzahl an beiden Standorten steigt deutlich an. Von Udo Teifel

Der Berufsschulzweckverband Bergisch Land ist Geschichte: Mit acht Ja-Stimmen (Dreiviertel-Mehrheit) haben Vertreter der drei Verbandskommunen Wermelskirchen, Rade und Hückeswagen den Beschluss zur Auflösung gefasst. Damit endet eine 73-jährige Erfolgsgeschichte - gleichzeitig war der Beschluss entscheidend, um den Standort für die Zukunft zu sichern. Denn jetzt ist der Weg frei für die Fusion mit dem Berufskolleg in Wipperfürth. Letztlich war es eine Formalie, die geräuschlos hingenommen wurde. Nur Schulleiterin Sylvia Wimmershoff machte kurz die Bedeutung klar: "Das ist schon ein historischer Moment." Immerhin wurde dieser Zweckverband 1943 gegründet.

Den Zweckverband jetzt aufzulösen ist Voraussetzung, um mit dem Berufskolleg in Wipperfürth fusionieren zu können. Denn Zweckverbände können nicht mit Kreisen fusionieren. So übernimmt erstmals der Rheinisch-Bergische Kreis die Trägerschaft über ein Berufskolleg, um sie nach einer logischen Sekunde an den Oberbergischen Kreis weiterzugeben. Dies geschieht vom 31. Januar auf den 1. Februar 2017.

In den nächsten Wochen werden die Stadtgremien in den drei Kommunen tagen und den Auflösungsbeschluss mittragen, dann werden die Kreistage den Fusionsbeschluss fassen, ehe dann die Bezirksregierung die neue Schule bestätigt. Sie heißt "Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen".

Der Rader Schulausschuss hatte die Empfehlung vergangene Woche einstimmig ausgesprochen und die Verwaltungsvertreter Frank Nipken und Sönke Eichner mit der Entscheidung beauftragt. Nach der Entscheidung von Montag war das Thema gestern Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung. Finanziell, so scheint es, profitieren alle Städte von dieser Entscheidung. Für Hückeswagen, sagt Bürgermeister Dietmar Persian, sinken die Kosten unterm Strich um 3000 Euro, für Rade laut dem Beigeordneten Frank Nipken um 30.000 Euro - der Grund für die Differenz: Rade bekommt keine Schlüsselzuweisungen, Hückeswagen wohl. Auch für Wermelskirchen wird sich die Fusion "insgesamt wirtschaftlich positiv" darstellen, heißt es in der Vorlage zum Schulausschuss. Wermelskirchen übernimmt den Kostenanteil des Rheinisch-Bergischen Kreises für beide Standorte von 495.000 Euro, erhält aber gleichzeitig eine angemessene Mieteinnahme. Schulleiterin Wimmershoff wird in den beiden Fachausschüssen der Kreise das Projekt noch einmal vorstellen und den Politikern in Bergisch Gladbach erklären, wie die Berufskollegs aufgestellt sind. Und da gibt es nur positive Nachrichten: Vollere Auslastung, höhere Schülerzahl, erreicht durch eine Beratung, die die Möglichkeiten beider Standorte ausschöpfte. So meldet der Standort Wipperfürth 1662, Wermelskirchen 1010 Schüler. Beide Zahlen übertreffen das Vorjahresergebnis. In Wipperfürth sind 82 Klassen eingerichtet, in Wermelskirchen 49. 76 Lehrer unterrichten in Wipperfürth, 57 in Wermelskirchen. An beiden Standorten gibt es je zwei Internationale Förderklassen. Zehn Lehrer pendeln tageweise zwischen den Schulen.

Quelle: RP
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