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Radevormwald
Eine ganz andere Art des Polospiels

Radevormwald: Eine ganz andere Art des Polospiels
Michael Glabisch (l.), Kapitän des Segwaypolo Bergisches Land, im Duell mit dem Wermelskirchener Teamkollegen Sascha Kratz. Die Weltmeisterschaften laufen noch bis morgen, Sonntag, 19. Juli, in Köln. FOTO: Stephan Köhlen
Radevormwald. Verein Segwaypolo Bergisches Land ist auf elektrischen Gefährten unterwegs. Wer das erste Mal auf einem Segway steht, kann sich nicht vorstellen, warum das Gefährt mit den beiden großen Rädern nicht einfach nach vorne umkippt. Tut es aber nicht, ein elektronischer Mechanismus verhindert das. Von Georg Amend

"Jetzt einfach beide Hände an die Lenkstange", erklärt Bärbel Krahforst, "und dann kann's losgehen." Das Gewicht nach vorne verlagern sorgt für die Fahrt nach vorne, analog wird gebremst, indem man sich nach hinten neigt. "Nur nicht an dem Lenker ziehen", warnt Krahforst - dann kann es mit dem Gleichgewicht schnell vorbei sein. Kurven fahren mit einer Verlagerung nach rechts oder links klappt dann wieder ganz gut - als Ungeübter aber heruntersteigen, ist doch etwas tricky. Krahforst hilft.

Sie ist erfahren im Umgang mit einem Segway, denn immerhin ist sie Segwaypolo-Spielerin - Nationalspielerin sogar. Wie ihre Teamkollegen vom Verein Segwaypolo Bergisches Land, der 2013 als Zusammenschluss aus den Mannschaften Blade Pirates (2010 Vize-Weltmeister auf Barbados und 2012 Vize-Weltmeister in Stockholm) und Blade Dragons (2011 Weltmeister in Kalifornien und 2013 WM-Dritter in Washington mit den "All-Stars") in Solingen gegründet wurde. Die WM läuft bis morgen, Sonntag, in Köln (Ostkampfbahn, neben Rhein-Energie-Stadion).

Die Solinger trainieren zwei Mal pro Woche auf dem ehemaligen Fußballplatz in Oberburg neben dem Tennisverein. Zwei Teams treten gegeneinander an und versuchen, auf den bis zu 20 Stundenkilometer schnellen Segways mit ihren Schlägern den zehn Zentimeter großen weichen Ball ins Tor des Gegners zu schlagen. "Die Regeln sind angelehnt ans Pferdepolo, wurden und werden aber weiterentwickelt", sagt Jens Krahforst, Spieler und Vorstand des Segwaypolo Bergisches Land sowie Vorstand der Internationalen Segwaypolo Association (ISPA). "Früher haben wir wie beim Pferdepolo auf zwei Stangen geschossen, dann war immer die Frage, ob der Ball drin war oder nicht. Im Laufe der Zeit hat man dann eine Latte oben auf den Stangen und ein Netz dazwischen angebracht."

Nun gibt es auch einen Torwart, der das Gehäuse, das von der Größe zwischen einem Eishockey- und einem Handballtor liegt, hütet. "Das ist eine ganz andere Art von Polo", sagt Krahforst. "Pferdepolo wird es nie ersetzen, und wir haben auch nicht die Position von Pferdepolo."

Segwaypolo ist nicht ganz günstig, auch wenn das Sportgerät nur Strom benötigt: Zwischen 6000 für einen gebrauchten und 10 000 Euro für einen neuen muss man haben. "Die Kosten im Verein sind gering. Wir nehmen 30 Euro pro Monat, davon zahlen wir die Pacht für die Trainingsplätze. Auch, wenn wir Segways transportieren oder neue Bälle kaufen müssen, rechnen wir das über den Verein ab." Aktuell hat der Klub 16 Mitglieder, Interessierte können den Vorstand über die Homepage kontaktieren. www.blade-pirates.de

Quelle: RP
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