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Radevormwald
Frühförderung betreut 113 Kinder

Radevormwald: Frühförderung betreut 113 Kinder
Pia Ney (l.) , Leiterin der Frühförderung Lebenshilfe, mit der Heilpädagogin Swantje Homberg und dem vierjährigen Florian FOTO: Moll
Radevormwald. Seit 40 Jahren gibt es die Frühförderung der Lebenshilfe in Wermelskirchen. Die Zahl der geförderten Kinder hat sich seit dem Gründungsjahr verdoppelt. Von Stephan Singer

Hilfe und Unterstützung "mit Haltung" bietet die Frühförderung der Lebenshilfe Wermelskirchen seit 40 Jahren in den Städten Wipperfürth, Hückeswagen, Radevormwald, Wermelskirchen, Burscheid und Leichlingen an. Leiterin Pia Ney wird nicht müde, von dieser besagten Haltung zu sprechen. Gemeint ist der ganzheitliche Ansatz im Konzept, der Menschen nicht nur an ihren Defiziten "bearbeitet", sondern sie mit ihrer gesamten Persönlichkeit annimmt. Dabei sind die Symptome, die einen Frühförderbedarf manifestieren, vielfältig: Kinder verweigern sich beim Arzt extrem, sprechen nicht, malen nicht, hüpfen nicht oder können nicht auf einem Bein stehen. Jungen und Mädchen mit Sprechstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten bilden die Mehrheit der Schützlinge, um die sich die Frühförderung in Wermelskirchen mit Sitz an der Schillerstraße kümmert.

Letztlich hätten die kleinen Patienten immer dann einen Förderbedarf, wenn festgestellt werde, dass das Kind für seine Schulzeit nicht ausreichend vorbereitet ist, fasst Pia Ney, die seit 26 Jahren in der Frühförderung arbeitet und die Institution seit acht Jahren leitet, zusammen. Der "Alarm" wird dabei in der Regel von den Kinderärzten, die die Eltern mit ihren Söhnen oder Töchtern im Rahmen der "U"-Termine regelmäßig besuchen müssen, oder den Kindergärten, in denen die Jungen und Mädchen sind, ausgelöst. "Die Eltern müssen die Frühförderung wollen und zustimmen. Manche müssen anfangs von dem Sinn des Ganzen überzeugt werden", sagt Pia Ney im BM-Gespräch.

"Wir fördern bestenfalls so, dass das Kind es gar nicht bemerkt - wir stärken und stützen es. Oft benötigen auch die Eltern unsere Beratung und wir brauchen deren Unterstützung. Wir sind nah an den Eltern dran", beschreibt die Leiterin.

Die Frühförder- ud Beratungsstelle hat sieben festangestellte Mitarbeiter. Dazu gesellen sich fixe, externe Vertragspartner. So werden diverse Disziplinen abgedeckt: Medizin, Psychologie, Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie.

Fein- und Grobmotorik, Sprache, Konzentration und Bewegung sind die Fähigkeiten, die die Frühförderung je nach Stärken und Schwächen des Kindes verbessert. Dabei sind es häufig Kombinationen aus den Indikationen, die zu behandeln sind. Dafür stehen entsprechende Materialien und Räume zur Verfügung. "60 bis 70 Prozent der Therapien finden an der Schillerstraße statt - die Räume eignen sich hervorragend", beschreibt Pia Ney. Und weiter: "Würde keine Frühförderung stattfinden, setzen früher oder später Folgeschäden, sogenannte Sekundärschäden, bei den Kindern ein."

Mit heute 113 Jungen und Mädchen in Behandlung habe sich die Zahl der geförderten Kinder seit der Gründung der Frühförderstelle verdoppelt. Heute sind es weniger die Kinder mit körperlicher Behinderung, die einen Frühförderbedarf haben. "Jede Zeit hat neue Herausforderungen. Diese ändern sich immer", stellt Pia Ney klar. Gesellschaftliche Probleme ständen häufig im Hintergrund. So kämen bei Kindern mit Auffälligkeiten häufig Dinge zum Tragen, die mit stark belasteten Familien einhergingen: Trennung der Eltern, finanzielle Probleme, Krankheit. "Je früher die Eltern mit ihren Kindern zu uns kommen, umso besser ist es, denn die frühe Hilfe ist die effektivste. Wir stehen in Kontakt mit Kindergärten und bereiten Übergaben für Grundschulen vor. Schließlich wollen wir gute Übergänge für die Kinder schaffen, denen soll es dann ja weiter gut gehen", sagt Ney: "Unsere liebste Beschäftigung ist die Entlassung eines Kindes aus der Therapie mit einem ruhigen Gewissen."

Quelle: RP
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