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Radevormwald
Gesang als Flucht aus dem Alltag

Radevormwald. Steffi Buyken leitete den Chor der "26. Radevormwalder Sing- und Musiziertage". Von Flora Treiber

"Fluchtpunkt Pfingsten" hieß das Motto der 26. Radevormwalder Sing- und Musiziertage (RaSiMuTa), die in der Martini-Gemeinde stattfanden. 70 Jugendliche sind aus Radevormwald und dem Rest von Deutschland in die Uelfestraße gekommen, um gemeinsam zu musizieren, Pfingsten zu feiern, neue Kontakte zu knüpfen und alte Freunde wiederzutreffen.

Die RaSiMuTa bringen seit vielen Jahren engagierte Mädchen und Jungen zusammen und stellen jedes Jahr ein großes Konzert auf die Beine. Am Freitag bezogen die Teilnehmer ihre Lager, um die Vorbereitung für das Pfingstkonzert, unter der Leitung von Steffi Buyken und ihrem Ehemann Bene Hölker, einzuläuten. "Fluchtpunkt Pfingsten" ist nicht nur aus der aktuellen Flüchtlingsbewegung entstanden, sondern soll auch an die Flucht aus inneren Ängsten erinnern. "Wir müssen doch alle mal vor Dingen und Gefühlen flüchten. Wir wollen das Motto vielschichtig erfüllen, so dass sich jeder darin wiederfinden kann", sagte Steffi Buyken.

Sie probte mit den Sängern, im Alter von 14 bis 34 Jahren, und hatte sich für den Beginn des Konzerts gestern etwas ganz Besonderes einfallen lassen: "Wir werden das Konzert mit einem Flashmob eröffnen. Die Sänger mischen sich unter das Publikum und singen von dort aus los." Lina Köpsel und Antonia Ziemer waren zum zweiten Mal bei den RaSiMuTa dabei und fanden das Motto passend. "Ich finde es gut, dass wir die Aktualität des Themas aufgreifen", sagte Antonia. Die 16-Jährige aus Köln hat in Rade viele Freundschaften geknüpft. Ihre Freundin Lina bezog "Fluchtpunkt" auch auf den eigenen Alltag. "Dieses Wochenende, an dem wir Zeit mit Freunden verbringen und singen, ist eine Flucht aus dem Alltag", sagte die Schülerin.

Das Lieblingslied der Mädchen war "Whatever". Die Zusammenstellung der Bachchorale war Steffi Buykens Gänsehautmoment des Wochenendes. "Alle haben sich darauf eingelassen und mitgemacht. Das hat mich beeindruckt." Neben den Proben für das Konzert nutzten die Teilnehmer das Pfingstwochenende, um bei einer Grillparty noch näher zusammenzurücken, den sonntäglichen Gottesdienst mitzugestalten und bis spät in die Nacht zu reden.

Die RaSiMuTa sind für die meisten mehr als eine Möglichkeit der musikalischen Weiterentwicklung. Sie bilden einen Zufluchtsort zu Freunden und Vertrauten. Unterstützt wurde das Wochenende von vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich um die Versorgung der Teilnehmer kümmerten und von vielen Familien aus Radevormwald, die den Sängern ihre Gästezimmer zur Verfügung stellten.

Quelle: RP
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