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Radevormwald
Hol- und Bringzone an der Mühlenstraße

Radevormwald: Hol- und Bringzone an der Mühlenstraße
In der Verlängerung wird es keinen Zebrastreifen geben. FOTO: wos
Radevormwald. Der Verkehrsauschuss hat sich eindeutig gegen eine Einbahnstraßenregelung für die Mühlen- und Hermannstraße ausgesprochen. Unfälle gab es in den Morgen- und Mittagsstunden nicht mehr. Eltern sollen Mühlenstraße anfahren. Von Wolfgang Scholl

Wieder einmal war der "Eltern-Taxiverkehr" auf der Hermannstraße am Schulzentrum eine lange Diskussion im Verkehrsausschuss wert. Auf Antrag der AL erklärten Jochen Knorz vom Ordnungsamt der Stadt und Polizeihauptkommissar Peter Fronske von der Polizei Oberberg, dass sie eine Einbahnstraßenregelung für nicht geeignet halten, den Verkehrsfluss zu verbessern. Knorz erklärte, dass heute 500 Schüler weniger das Schulzentrum besuchen als früher. Bei aktuell etwa 1350 Schülern gebe es etwa 200 "Elterntaxis" am Morgen und am Mittag mit einer durchschnittlichen Durchlaufzeit von viereinhalb Minuten zwischen 7.30 und 8 und 13 und 13.20 Uhr.

Der Beamte der Polizei erklärte, dass sich auf den beiden Straßen seit 2007 kein relevanter Verkehrsunfall ereignet habe. Lediglich 2016 habe es an der Hermannstraße einen leichten Verkehrsunfall mit Touchieren einer Person gegeben. Peter Fronske bezeichnet den Verkehr zum Schulzentrum als ein "geordnetes Chaos". Auch die 120 Radfahrer würden gut zur Schule und zurück kommen. Etwa 1000 Schüler gehen zu Fuß zur Schule, hat das Ordnungsamt bei Verkehrszählungen an der Hermanstraße herausgefunden.

Die beiden Vertreter der Ordnungsbehörden wiederholten die mehrfach vorgetragene Meinung, dass Einbahnstraßen zum schnelleren Fahren animierten, weil kein Gegenverkehr erwartet werde. Ein Fahrradstreifen sei im Bereich der Hermannstraße technisch nur schwer einzurichten. Der Ordnungsamtsleiter erklärte als sein Fazit, dass die 2002 zur Verkehrsberuhigung an der Hermanstraße vorgenommen Umbauten erfolgreich waren. Gegen eine Einbahnstraße spreche auch, dass es in dem Bereich 150 Anwohner gibt (mit Curt-von-Knobelsdorff-Fachklinik), im Schulzentrum auch Musikschul- und Volkshochschulangebote stattfinden und es auf dem Sportplatz und in den beiden großen Sporthallen auch viele Sportveranstaltungen gibt. Diese Besucher müssten im Falle der Einrichtung einer Einbahnstraße immer über die Bredder-, Mühlen- und Friedrichstraße zum Schulzentrum fahren, was pro Tag mehrere hundert Kilometer Umweg ausmache. "Das ist auch nicht im Sinne der Umwelt", sagte Jochen Knorz.

Peter Fronske brachte eine andere Entlastung für die Hermannstraße ins Spiel. Die Eltern sollen motiviert werden, ihre Kinder an der Mühlenstraße am dortigen Parkplatz aus- und einsteigen zu lassen. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, bis zur nächsten Sitzung im September Vorschläge zu erarbeiten, wie der dort vor Jahren eingerichtete Parkplatz in eine Hol- und Bringzone umgestaltet werden kann. Derzeit gibt es dort 20 Parkplätze. "Diese Fahrzeuge können wir noch an der Hermannstraße aufnehmen", sagte Jochen Knorz.

Bisher gibt es auf dem Parkplatz Mühlenstraße eine Einbahnstraßenregelung talwärts mit einer engen Ausfahrt. Geduldet wird, dass Eltern ihre Kinder auch auf dem Schulbusparkplatz rauslassen. Dies haben auch Eltern genutzt, deren Grundschulkinder sieben Monate zur Hermannstraße gehen mussten. In den Auftrag eingebunden wurde der Vorschlag, das Hol- und Bring-System an der Mühlenstraße auf die Zeit von 7 bis 17 Uhr zu begrenzen. In dieser Zeit gibt es auf dem Abschnitt der Mühlenstraße eine Tempo-30-Begrenzung.

Empfohlen hat der Vertreter der Polizei auch, am Überweg der Mühlenstraße keinen Zebrastreifen zu errichten. Das gebe eine trügerische Sicherheit. Bisher sei in den vergangenen Jahren an dieser Stelle kein Unfall passiert, was bedeute, dass sich scheinbar alle Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle Rücksicht auf die Schüler nehmen würden.

Quelle: RP
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