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Radevormwald
Kathi Hentzschel kämpft um eine naturnahe Landschaft

Radevormwald. Seit mehr als 30 Jahren kämpft Kathi Hentzschel aktiv um den Schutz der Natur. Die Begeisterung und den Sinn für das Thema steckt der 78-Jährigen aber seit ihrer Geburt in den Genen. "Mein Großvater war Gärtner, und meine Eltern haben mein Interesse für Pflanzen und Tiere immer gefördert", sagt sie. Von Flora Treiber

Als sie 1980 nach Radevormwald zog, entdeckte sie nicht nur die auf den ersten Blick schöne bergische Landschaft, sondern auch viele Probleme im Umgang mit der Natur. An dem großen Teich in ihrem neuen Garten hatte sie nicht lange Freude. "Die Stadt hat einen Kanal gebaut und damit meinen Teich trocken gelegt. 100 Quadratmeter, auf denen es laichende Frösche und viele Insekten gab, sind einfach, ohne Überlegung, trocken gelegt worden. Das hat mich geschockt." Kathi Hentzschel beschreibt dieses Ereignis noch heute mit viel Emotionen und Empörung.

Für sie war das Schicksal ihres Teiches der Startschuss für ihren aktiven Einsatz für die Natur und ihre Lebewesen. Mit Dietmar Fennel gründete sie 1983 den Radevormwalder Ortsverein des Bergischen Naturschutzvereins. Seitdem kämpft sie jeden Tag unermüdlich um den Erhalt von Bäumen und Pflanzen, Laichplätzen und ökologisch wertvoller Landwirtschaft. Frust gehört zu ihrem Engagement dazu, aber auch davon hat sie sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht unterkriegen lassen. "Mein Naturell treibt mich an. Ich liebe meinen Garten und verbringe Stunden damit, meine Pflanzen zu pflegen. Außerdem treibt mich mein Ziel an, mein Wissen und meine Erfahrungen an jüngere Menschen und damit meine Nachfolger weiterzugeben", sagt die Naturschützerin. Sie ist nicht nur in Radevormwald, sondern im gesamten Bergischen Land zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für alle Naturliebhaber geworden.

Kathi Hentzschel bedauert es, dass es so wenige starke Frauen im Naturschutz gibt. Inspiration und Ansporn gegeben haben ihr die deutsche Journalistin und Sachbuchautorin Marie-Luise Kreuter, Marianne Frielingsdorf aus Lindlar und Anne Pieper aus Radevormwald. "Das sind für mich starke Frauen, die sich für die Natur eingesetzt und mir in den vergangenen Jahren Kraft gegeben haben", sagt Kathi Hentzschel.

Am meisten Zeit und Mühe hat die Geschäftsführerin des Bergischen Naturschutzvereins in das Anlegen neuer Teiche, der Pflege der Wildpflanzen und die Arbeit für die Bergische Gartenarche gesteckt. Ein großer Erfolg war der Erhalt der alten Eichen am Rand des Gewerbegebietes Ost in Richtung Erlenbach. "Wir haben wie verrückt um die Bäume gekämpft. Dass sie heute noch stehen, macht mich stolz."

Der Landschaftsverbrauch im Bergischen Land macht sie nach wie vor wütend. "Diese Themen kosten mich Kraft und Nerven. Wir könnten mit viel weniger Fläche auskommen. Stattdessen vertreiben wir Tiere und Insekten aus unseren Gebieten."

Für die Zukunft wünscht sie sich eine engere Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten, sowie mehr Sensibilität für das Wirken des Menschen in der Natur. "Wir müssen ein größeres Herz für die Natur entwickeln und uns für sie einsetzen", fordert die unermüdliche Kämpferin.

Kathi Hentzschel wird sich, das steht fest, solange es ihre körperliche Kraft zulässt, für die Belange von Pflanzen, Tieren und Insekten einsetzen.

Quelle: RP
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