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Wipperfürth
Taxifahrer erstochen: 22-Jähriger festgenommen

Köln: 63-jähriger Taxifahrer erstochen: Polizei sucht Zeugen
Eine Rose erinnern auf den Wipperfürther Marktplatz an den Taxifahrer, der dort am Sonntagabend erstochen wurde. Gestern nahm die Polizei in Hückeswagen einen Tatverdächtige fest. FOTO: Hertgen, Nico
Wipperfürth/Hückeswagen. Ein Taxifahrer ist am Sonntagabend in Wipperfürth mit mehreren Messerstichen getötet worden. Am Montagmittag nahm die Polizei in Hückeswagen einen 22-jährigen Tatverdächtigen fest. Zeugenaussagen hatten die Polizei auf die Spur des Mannes geführt.

Wer den Wipperfürther Marktplatz kennt, kann sich kaum vorstellen, dass dort ein Verbrechen solchen Ausmaßes passieren könnte. Gilt er doch angesichts seiner umliegenden Kneipen als Treffpunkt für Menschen, die feiern oder in Ruhe einen Kaffee trinken wollen. Doch am Sonntagabend wurde der Marktplatz zum Schauplatz eines Verbrechens: Ein 63-jähriger Taxifahrer aus Much im Rhein-Sieg-Kreis war nahe der Filiale der Kreissparkasse Köln, direkt an dem Münzschläger-Denkmal, erstochen worden.

Um kurz nach 23 Uhr waren die ersten Notrufe bei der Polizei eingegangen, doch der Täter konnte unerkannt flüchten. Das Opfer erlag in der Nacht im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Erst gegen 7 Uhr am Montagmorgen waren die Spezialisten der Kripo mit der Spurensicherung am Tatort fertig. Die Ermittlungen in dem Tötungsdelikt hatten noch in der Nacht die Kripo und die Staatsanwaltschaft Köln übernommen.

Möglicherweise hatten ihre Ermittlungen Erfolg. Denn am Nachmittag meldete die Kriminalpolizei, dass sie aufgrund von Zeugenaussagen in Hückeswagen einen Tatverdächtigen festgenommen hatte. Ob der Mann, der sich widerstandslos festnehmen ließ, aus der Schloss-Stadt stammt, teilte die Polizei nicht mit. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vollendeten Totschlag vor; am Dienstag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Augenzeugen hatten berichten, dass der Täter ein Fahrgast des Taxifahrers gewesen sein könnte. Das Taxi hatte gegen 23 Uhr auf dem Marktplatz vor der Sparkassen-Filiale gehalten. Ein Mann – laut Augenzeugen "zwischen 19 und 20 Jahren" alt – ging demnach erst in den Vorraum der Bank, wo die Geldautomaten stehen. Als er kurz darauf aus der Sparkasse wieder herauskam, schrie der Taxifahrer plötzlich laut auf. Ob der Fahrgast den 63-Jährigen tatsächlich niedergestochen hatte, konnte jedoch kein Zeuge mit Gewissheit sagen. Von der Polizei gab es dafür mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen vorerst keine Bestätigung.

Tatsache ist allerdings, dass Zeugen kurz nach dem Schrei des Taxifahrers sahen, wie ein junger Mann überstürzt weglief. Zunächst rannte er in Richtung Gaulstraße, doch schon nach wenigen Metern, auf Höhe des Lokals "Brauhaus", änderte er seine Richtung und lief zum Engpass an der Evangelischen Kirche am Markt in Richtung Busbahnhof. Laut Beobachtung einer Zeugin soll er gestolpert und hingefallen sein. Dann verloren die Zeugen den Flüchtenden jedoch wieder aus den Augen.

Währenddessen leisteten Passanten Erste Hilfe; die Kellnerin einer nahe gelegenen Kneipe brachte Handtücher. Kurz darauf traf der erste Streifenwagen der Polizei am Tatort ein, es folgte der Notarzt und ein Rettungswagen.

Der Taxifahrer lag neben seinem Fahrzeug und rief laut um Hilfe. Einige Zeugen wollen auch die Worte "der hat mich abgestochen" gehört haben. Nach der Behandlung am Tatort wurde der Schwerstverletzte im Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, wo er jedoch einige Zeit später in Folge mehrerer Stichverletzungen starb. Das hatte die Obduktion ergeben.

Die Polizei sperrte den Tatort sofort nach Abfahrt des Rettungswagens weiträumig ab und organisierte Sonnenschirme, um die Spuren vor dem Regen zu schützen. Am Taxi, das in Fahrtrichtung Hochstraße stand, waren an der Seite noch Blutspuren zu sehen. Die Feuerwehr rückte an, um den Tatort auszuleuchten.

Die Polizei sucht trotz der Festnahme weiter dringend Zeugen, die etwas Verdächtiges gesehen haben. Hinweise nimmt die Kripo unter Telefon 0221 2290 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.

 

 

 

(ots)