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Radevormwald
Leonardos 564. Geburtstag im Kerzenschein

Radevormwald. Premiere in der da-Vinci-Ausstellung: Abendführung bei Kerzenlicht begeistert die Besucher. Von Sigrid Hedderich

Der Griff zu einem Teelicht scheint gerade hier der richtige Weg zu sein, das Innere einer winzigen Kabine ins rechte Licht zu rücken. Doch Wolfgang Björnskow möchte nicht etwa die Abmessungen ins Helle rücken, vielmehr möchte er die spielerische Erfindung von Leonardo da Vinci demonstrieren. Ein kleines Guckloch in einer der schmalen Holzwände erlaubt den Blick hinein - ins Spiegelkabinett.

Es sind vorwiegend Frauen, die am Freitagabend in der Leonardo-da-Vinci-Ausstellung ihre Neugier bekämpfen und das Teelicht, um ein Vielfaches optisch erweitert, in der Kabine betrachten. "Das ist ja interessant. Dass Leonardo da Vinci ein Spiegelkabinett erfunden hat, war mir nicht bekannt", staunt Katharina Reiwers. Sie interessiere sich eigentlich nur bedingt für alles Technische, merkt sie an. Doch die Exponate, die sie bei einer Führung im Kerzenlicht betrachtet, seien äußerst interessant und erweckt die Neugier. "Leonardo da Vinci muss immerzu getüftelt haben. Mich haben besonders seine Gedanken und Arbeit beeindruckt, die er sich zum Gehen über Wasser gemacht hat", erzählt sie begeistert.

Ausstellungsführer Björnskow hatte dazu eben erst das kleine Holzmännchen vorgestellt, das auf Kork-Ski versucht, "Boden" unter den Füßen zu bekommen. Staunen ist angesagt - diese Ausstellung schafft dies im Nu. Für Freitag hat sich der Veranstalter etwas Besonderes ausgedacht: Leonardo da Vinci, am 15. April 1452 geboren, wird an seinem 564. Geburtstag in den Räumen des Gewerbeparks Bartels geehrt. Und Gäste hat der Künstler, Architekt, Naturforscher und Erfinder an diesem Abend reichlich. Für ein festliches Ambiente ist gesorgt. Prosecco, italienischer Fingerfood und Wein stehen parat.

"Es ist heute eine Premiere, eine Abendführung bei Kerzenlicht durchzuführen", erzählt Kerstin Rupin-Friedrichs. Sie erwähnt, dass alle Führungskräfte und Helfer schrecklich aufgeregt seien. Anfänglich kommt noch reichlich Licht durch die alten Fabrikfenster und stimmt den Anblick der 41 Exponate, vorwiegend Maschinenmodelle und Maschinenelemente aus Holz, freundlich. Doch bei der einsetzenden Dämmerung kontern hier die vielen Kerzen auf den Fensterbänken und Ausstellungssockeln. Die Stimmung wird festlich-besinnlich. "Es wirkt alles noch anders als bei Tageslicht. So geheimnisvoll", äußert Besucher Martin Reiwers aus Mettmann. Henning und Vanessa Köhne sind aus Halver gekommen. "Wir sind begeistert von der Ausstellung", sind sich beide einig. Andreas Keunecke ist mit seiner Frau aus Lüttringhausen zur Geburtstags-Ausstellung gekommen. "Mich beeindruckt sehr, wie viel wir auch heute noch, nach über 500 Jahren, aus der alten Technik verwenden", sagt er.

(sig)
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