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Radevormwald
Mit sicherem Gefühl durch den Wald

Radevormwald: Mit sicherem Gefühl durch den Wald
Machen das Wiebachtal sicherer: Sabine Fuchs von der IG Wiebachtal und Feuerwehrchef Wilfried Fischer an einem Waldrettungspunkt. FOTO: Elena Erbrich
Radevormwald. Im Wiebachtal gibt es nun acht Waldrettungspunkte. Der erste wurde gestern eingeweiht. Personen in Notsituationen können von dort aus die Rettungskräfte kontaktieren. Die wissen dann genau, wo sich der Verunglückte befindet. Von Elena Erbrich

Die Idee, im Wiebachtal Waldrettungspunkte zu installieren, hatte die Vorsitzende der IG Wiebachtal, Sabine Fuchs. "Im vergangenen Jahr gab es einen tragischen Unfall im Wiebachtal. Eine Frau, die nicht ortskundig war, verunglückte", erklärt sie. Das sei der Startschuss für sie gewesen, sich mit dem Thema Sicherheit im Wald näher zu beschäftigen. Im Internet stieß Fuchs auf das Konzept der Waldrettungspunkte. Ein Jahr ist das nun schon her. Gestern wurde der erste von insgesamt acht Rettungspunkten in unmittelbarere Nähe zum Damm der Wiebachvorsperre eingeweiht.

"In anderen Regionen, auch im Oberbergischen Kreis, gibt es die Waldrettungspunkte schon", sagt Fuchs. "Der nördliche Teil des Kreises ist damit aber eher dünn bestückt." Das wollte sie ändern. Allein zwei Wanderwege führen durch das Wiebachtal und ziehen viele Besucher an. "Das heißt, dass hier auch viele ortsunkundige Touristen wandern gehen. Da braucht ja nur mal jemand umknicken und es wird schon schwierig", sagt Fuchs.

Im Notfall können die Waldrettungspunkte für schnelle Hilfe sorgen. Auf den kleinen weißen Schildern mit dem roten Rahmen steht eine Nummer, die der Verunglückte am Telefon der Leitstelle mitteilen kann. Die weiß dann, wo sich die Person im Wald befindet, und kann die Informationen an die Rettungskräfte weitergeben. "Die Rettungspunktschilder sehen ein wenig aus wie Hydrantenschilder, damit sie den Waldbesuchern auffallen und sie dafür sensibilisiert werden", erklärt Wilfried Fischer, der Leiter der Feuer- und Rettungswache Radevormwald.

Bisweilen war die Bestimmung des Standortes von Verunglückten schwierig. "Gerade im Wald, wo es kaum Wegebezeichnungen gibt, kann die Standort-Information schwer bis gar nicht beschafft werden", sagt Fuchs. Fischer erklärt, wie die Mitarbeiter der Leitstelle in der Vergangenheit gearbeitet haben: "Entweder wurde das Handy geortet oder der Disponent musste durch akribisches Nachfragen herausfinden, wo sich die Person befindet - das dauert aber". Landrat Jochen Hagt bringt es auf den Punkt: "Ohne solche Waldrettungspunkte geht wertvolle Zeit verloren. Dabei kommt es in Notfällen auf jede Minute an. Die Punkte helfen bei der Orientierung. Ich schätze das Engagement der IG Wiebachtal deshalb sehr."

Immer mal wieder gingen Notrufe aus dem Wiebachtal in der Leitstelle ein, berichtet Fischer. "Verunglückte Reiter, Wanderer, Jogger, Mountainbiker, Spaziergänger oder auch Forstarbeiter müssen oft lange ausharren, bis Hilfe kommt", sagt Fuchs. "Durch ein gut ausgebautes Netz von Rettungspunkten erhalten sie zusätzliche Sicherheit."

Fünf der acht Waldrettungspunkte befinden sich auf Rader Gebiet, drei auf Hückeswagener. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden der Firma Jungdruck und der Deutschen Bank. 30 Kilometer fuhr die IG Wiebachtal zusammen mit der Feuerwehr im großen Rettungseinsatzwagen im Wiebachtal ab, um herauszufinden, welche Standorte sich für die Rettungspunkte eignen. "Wir mussten schauen, ob das Einsatzfahrzeug dorthin fahren kann und ob auch genug Platz ist, um zu wenden und zurückzufahren", erklärt Fischer. "Außerdem muss dort Handyempfang gewährleistet sein, denn nur so können Verletzte die 112 erreichen."

Fuchs erinnert sich: "Was auf der Karte so simpel ausgesehen hat, war aufgrund der Wegebeschaffenheit an manchen Stellen eine ganz schön große Herausforderung für das riesige Fahrzeug."

Quelle: RP
 
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