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Radevormwald
"Natur hinkt in Rade noch etwas hinterher"

Radevormwald: "Natur hinkt in Rade noch etwas hinterher"
Sylvia Schwanke warb regelmäßig auch für die Aktion "Rade räumt auf". FOTO: hdö (Archiv)
Radevormwald. Die Umweltbeauftragte Sylvia Schwanke hat sich gestern in Richtung Leverkusen verabschiedet.

Die Umweltbeauftragte der Stadt, Sylvia Schwanke, hat sich gestern im Rathaus von ihren Kollegen verabschiedet. Ab 4. Oktober wird sie in Leverkusen im Bereich Stadtentwicklung tätig sein. Sie wird als Stadtplanerin und Landschafts-Architektin in den dortigen Innenstadtumbau eingebunden. "Dort gibt es dafür Integrierte Handlungskonzepte im Bereich zwischen Hitdorf und dem Rhein", sagt Schwanke zu ihren neuen Aufgaben.

In den vergangenen fast sieben Jahren hat sie die Umgestaltung der Innenstadt mitbekommen und teilweise auch begleitet. "Der Umbau ist ein großer Gewinn für die Stadt. Ohne ihn hätte sich wohl auch Contec nicht so eingebracht. Auch Alteingesessene schließen sich inzwischen dieser Entwicklung an. Es ist eine neue Außenwirkung geweckt worden", sagt die 45-Jährige.

Beim Blick zurück auf die Stadt Radevormwald meint sie: "Die Natur hinkt in Rade noch etwas hinterher." Ein Defizit sieht sie in der Ablehnung der Einstellung eines Klimamanagers, weil dieses Thema alle Bürger und Unternehmen angehe. Rade sollte sich dem nicht verschließen, ein Portal als Serviceleitung der Stadt für diese Themen würden auch den in Rade tätigen Unternehmen helfen.

Für den bebauten Bereich der Innenstadt sieht die Landschafts-Architektin gute Lösungen. Traurig mache sie immer wieder, wenn die Mitarbeiter des Betriebshofes ihr Bestes geben würden bei der Bepflanzung der Flächen, dieses dann aber nicht ausreichend gewürdigt werde. "Manches wird auch wieder kaputtgemacht. Köttel von Hunden gehören nicht auf einen Rasen oder in ein Rosenbeet", sagt Sylvia Schwanke.

Im Bereich des Neubaus sollte Radevormwald auch über Klimaschutzsiedlungen nachdenken. Blockheizkraftwerke könnten für die Bauherren attraktiv sein und würden zum Teil sogar durch Bund und Land gefördert.

Erarbeitet hat die scheidende Rathausmitarbeiterin zuletzt noch die neue Fassung der Baumschutzsatzung, die vielleicht zum Jahresende verabschiedet wird. Sie denkt, dass es sinnvoll ist, eine solche Satzung zu verabschieden. "Ein paar Bäume sind aus sozialen Gründen erhaltenswert", sagt sie.

Sie schlägt Grundstücks- und Hauseigentümern vor, auf dem Grundstück mehr über "Grün" nachzudenken. Eine Lebensbaumhecke, Obstgehölze auf größeren Grundstücken oder Bruchsteinmauern statt L-Steinmauern sind gute Alternativen. Der Grundgedanke sei, auch den Garten als ein schönes Zimmer anzusehen, "wo man es sich gemütlich macht und man sich gerne aufhält oder Kinder spielen". Da denke man automatisch über ein wenig mehr Natur nach.

(wos)
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