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Radevormwald
Schützenfest stößt auf Kritik und Verständnis

Radevormwald: Schützenfest stößt auf Kritik und Verständnis
Der Musikexpress auf dem Marktplatz lockte am Wochenende besonders Jugendliche und Familien an. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Das Fest des Schützenvereins von 1708 fällt in diesem Jahr etwas kleiner aus. Einige Besucher sind enttäuscht, die Schausteller dagegen zeigen Verständnis. 2018 soll es eine große Neuauflage geben. Von Flora Treiber

Richtige Rummel-Stimmung kam am Wochenende irgendwie nicht auf. Die diesjährige Schützenkirmes zog sich mit vielen Lücken und wenig Fahrgeschäften durch die Radevormwalder Innenstadt. Der sonst volle und belebte Hohenfuhrplatz war beinahe leer.

Während ein paar Jugendliche Auto-Scooter fuhren, wartete Petra Tröger auf Kundschaft. An ihrem "Eis Factory"-Stand war in den letzten Jahren immer viel los. Am Samstag war die Stimmung im Keller. "Wir stehen hier quasi alleine und warten auf Kundschaft. Das wird für uns ein sehr langes Wochenende", sagte sie. Ihre Familie, seit vielen Generationen Schausteller, gehört zu den wichtigen Vertragspartnern des traditionellen Schützenfestes. Ihnen gehört nicht nur die "Eis Factory", sondern auch das Kinderfahrgeschäft auf dem Marktplatz.

Der lückenhafte Aufbau der Kirmes stellte für Petra Tröger das größte Problem dar. "Bei diesem Aufbau verlieren sich die Besucher doch total. Das ist sehr schade. Hoffentlich wird das Fest nächstes Jahr wieder besser. Das hoffe ich nicht nur für mich, sondern auch für Rade."

Die Hintergründe für das deutlich kleinere Schützenfest waren den Schaustellern bekannt. Trotz Verlustgeschäft brachten die meisten Verständnis für die angespannte Lage des Schützenvereins auf, der Anfang des Jahres seinen Vorsitzenden Jürgen Fenske verloren hat. Sohn, Jens Fenske, war als Platzmeister auf sich alleine gestellt. Frank Schmidt, Schausteller aus Remscheid, hat dem Schützenverein für 2018 seine Hilfe angeboten. "Ich stehe mit dem Verein in Kontakt. 2018 läuft das wieder rund", sagte er. Der Mitorganisator der Pflaumenkirmes war am Wochenende mit seinem Süßwarenstand und dem Auto-Scooter in Rade.

Er glaubt nach wie vor an das Konzept Kirmes. "Traditionelle Feste ziehen immer noch Besucher an. Kirmes ist nicht von gestern, sondern kann nach wie vor Straßen füllen. Aber eben nur, wenn viele Schausteller und Attraktionen da sind." Neben dem Scooter und Kinderfahrgeschäft gibt es auf dem Marktplatz noch den Musikexpress als Hauptanlaufpunkt. Jugendliche wie Luca Cherubin waren von dem Schützenfest enttäuscht. "Es ist alles sehr klein, das ist schrecklich. In Nachbarstädten hat das besser geklappt", sagte er.

Werner Grimm, Geschäftsführer des Schützenvereins, stimmt der Kritik von Schaustellern und Besuchern zu. "Wir müssen uns zusammensetzen, um für kommendes Jahr wieder ein großes Schützenfest auf die Beine zu stellen. Wir dürfen das nicht einreißen lassen, sonst ist unsere Tradition schnell nichts mehr wert." Dass insbesondere Schausteller auf viele Besucher angewiesen sind, ist ihm bewusst. "So kann es nicht bleiben. Wir dürfen unsere langjährigen Vertragspartner nicht verlieren." Nach der Schützenfest-Eröffnung am Freitag durch Bürgermeister Johannes Mans war neben dem Königsschießen für die Schützen der Umzug gestern der zweite Höhepunkt.

Quelle: RP
 
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