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Radevormwald
Sohn übernimmt Landbäckerei Fischer

Radevormwald: Sohn übernimmt Landbäckerei Fischer
Matthias Fischer (31) hat vor Jahren bereits die Meisterprüfung bestanden. Jetzt übernimmt er offiziell den Familienbetrieb von Vater Manfred (62). Haustürlieferung ist weiter garantiert, sagt der neue Unternehmer. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Matthias Fischer übernimmt am Neujahrstag die Landbäckerei der Lambecker Mühle. Nach Erich Fischer und Vater Manfred ist der 31-Jährige die dritte Generation. Verkauft werden die Backwaren in der gesamten Region. Von Marion Gerdel

Fischers Landbäckerei geht ab 1. Januar in die Hände der dritten Generation. Manfred Fischer (62) übergibt die Verantwortung für den seit Jahrzehnten etablierten Betrieb an Sohn Matthias (31). 1951 hat Erich Fischer die Bäckerei gekauft. Schon damals lebte die Landbäckerei davon, dass sie ihre Produkte an die umliegenden Höfe lieferte und direkt an der Haustür verkaufte.

Erst per Pferdewagen, später per motorisiertem Lieferwagen wird die Ware zum Kunden gebracht. Wer möchte, kann seine Einkäufe aber auch in der Backstube, praktisch direkt aus dem Ofen heraus, kaufen. "Als ich in der Ausbildung war", erinnert sich Manfred Fischer, der den Betrieb 1981 vom Vater übernahm, "gab es in Rade noch 18 produzierende Bäckereien. Davon sind gerade mal zwei übrig geblieben."

Dass sein Familienbetrieb heute noch so erfolgreich ist wie damals, hat viele Gründe. Einer davon ist, dass die gesamte Familie an einem Strang zieht. "Ohne meine Frau geht gar nichts", sagt Manfred Fischer. "Sie macht nicht nur die Buchhaltung, sondern produziert auch die schönsten Torten", sagt er stolz. Dabei geht das Team auf jeden Kundenwunsch ein. Auch wenn ein Einhorn auf der Torte gewünscht wird; es ist nichts unmöglich. Dazu gehören auch Hochzeitstorten.

"Als wir 1981 die Backstube übernommen haben, wurde es modern, sich zu Feiern einen Partyservice zu bestellen. In dieses Segment sind wir eingestiegen und haben damit bis heute großen Erfolg", sagt Manfred Fischer. Diesen Service wird Sohn Matthias beibehalten. Auch die große Brotauswahl, die keine der großen Bäckerketten bieten kann, wird eher erweitert als reduziert. "Als mein Vater den Betrieb übernahm, hatte er sechs Brotsorten im Angebot. Inzwischen sind es schon mehr als 30. Ich schau mich im Urlaub in Bäckereien um und bringe von dort neue Ideen mit. Wenn unsere Kunden das annehmen, bleibt es im Programm, sonst nehmen wir es wieder raus", sagt er. Um am Kunden zu bleiben, besucht der neue Chef Lehrgänge, aber auch, um nicht "betriebsblind" zu werden. "So halten wir uns immer auf dem Laufenden", sagt Matthias Fischer, der auch Feuerwehrmann ist. Er wird auch in Zukunft den Fokus darauf richten, dass nach alter Tradition gebacken wird. "Wir verwenden keine Fertigprodukte, sondern stellen unsere Ware noch auf dem alten Weg, teils nach Rezepten des Großvaters, her." Das merken die Kunden beim Geschmack.

Auch bei der Auswahl der Produkte ist es dem Vater-Sohn-Gespann wichtig, auf die Kunden einzugehen. "Ein New Yorker Cheese-Cake kommt bei der älteren Landbevölkerung nicht so gut an, eine neue Brotsorte probieren sie aber gern mal aus", weiß Fischer Junior.

Die Kundschaft kann sich sicher sein, dass ihre Ware pünktlich kommt. "Wir müssen sehen, dass wir in einem 15-minütigen Zeitfenster vor der Haustür stehen, da werden wir erwartet." Viele Kunden warten nicht nur auf Brot und Kuchen, sondern auch auf den kleinen Plausch. "Dieser persönliche, in Jahrzehnten gewachsene Kontakt, ist wichtig. Wir bringen auch schon mal die Post mit oder erledigen andere Dinge für sie."

Dieses gute Verhältnis geht soweit, dass bei einigen Kunden ein Beutel mit Geld an der Tür hängt. "Wir haben Kunden, die uns 100 Euro als Vorauszahlung geben. Wir liefern dann solange, bis das Geld aufgebraucht ist", erzählen die Bäcker. Matthias Fischer geht davon aus, dass weiter der Bedarf für eine Lieferung direkt an die Haustüre besteht. Einen großen Unterschied zu früher gibt es aber doch. "Damals bin ich auf Höfe gefahren, die ganze Wagenladungen voller Brote brauchten. Da gab es noch Mägde und Knechte und viele Kinder", erinnert sich Manfred Fischer. "Heute fahren wir auch mal nur für zwei Brötchen. Und machen es gern."

Quelle: RP
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