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Radevormwald
Sparkassen-Filialen - Ende einer Ära

Radevormwald: Sparkassen-Filialen - Ende einer Ära
In der Sparkasse Dahlerau hatten gestern Verena Boßhammer (links), Andreas Ochell und Svenja Butz den letzten Dienst. FOTO: Flora treiber
Radevormwald. Gestern wurden die Filialen der Sparkasse in Dahlerau und Bergerhof das letzte Mal durch Mitarbeiter geöffnet. Jetzt gibt es dort nur noch ein Selbstbedienungsangebot. Die Mitarbeiter haben andere Aufgaben im Haus erhalten. Von Flora Treiber

In den Sparkassen-Filialen in Dahlerau und Bergerhof war es gestern am späten Vormittag relativ ruhig. Obwohl beide Standorte das letzte Mal durch vertraute Mitarbeiter geöffnet wurden, war die Atmosphäre entspannt. "Wir haben die meisten Gespräche in den vergangenen Wochen geführt. Da gab es bei vielen Kunden natürlich schon Gesprächsbedarf", sagt Andreas Ochell.

Er hat sich zeitweise um die Filiale in Bergerhof und seit 2014 um den Standort in Dahlerau gekümmert. Er kennt die meisten Kunden persönlich und weiß, wie schwer die Umstellung für viele ist. "Veränderungen werden zunächst immer negativ aufgenommen. Wenn man dann aber ins Gespräch kommt und die Gründe für die Veränderung der Filialstrukturen erklärt, zeigen die meisten Kunden Verständnis."

Der langjährige Kunde Wilfried Borbecker ließ es sich gestern nicht nehmen, am letzten Tag in Bergerhof noch einmal bei bei Birgit Graf vorbeizukommen. FOTO: Flora Treiber

Nach jahrelanger Analyse des Kundenverhaltens hat die Sparkasse nach Gesprächen in den politischen Gremien entschieden, die Niederlassung an der Elberfelder Straße sowie die an der Kirchstraße nicht länger mit Mitarbeitern zu besetzen und lediglich das Selbstbedienungsangebot aufrecht zu erhalten. Dieses Angebot umfasst die Funktion eines Geldautomaten, eines Kontoauszugdruckers und die Nutzung eines Überweisungsterminals. Die Gründe der Veränderung sind auf die betriebswirtschaftliche Lage der Sparkasse sowie auf die anhaltende Phase der niedrigen Leitzinsen zurückzuführen.

Die persönliche Beratung will die Sparkasse ab Montag mit einem neuen Kundenservice-Center auffangen. "Wir sind von acht bis acht erreichbar und können am Telefon viele Probleme direkt lösen. Dazu wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen", sagt Michael Scholz, Pressesprecher der Sparkasse. Es wird außerdem die Möglichkeit geben, einen Geldbotenservice in Anspruch zu nehmen.

Zuletzt gab es die Kooperation mit dem Bürgerbusverein. FOTO: Scholl

Tanja Meskendahl ist froh, dass Montag ein neuer Abschnitt für sie und ihre Kollegen beginnt. "Die Wochen waren nicht leicht. Es gab viele Gespräche und Fragen, deswegen freue ich mich jetzt auf den Umzug. Die familiäre Atmosphäre der kleinen Filialen werde ich allerdings vermissen", sagt die Kundenberaterin. Birgit Graf hat elf Jahre am Standort an der Elberfelder Straße gearbeitet und traf gestern auf viele langjährige Kunden. "Ich kenne hier jeden, aber wir werden uns alle wiedersehen, eben nur an anderer Stelle."

Wilfried Borbecker geht seit 1962 in der Filiale ein und aus und hat sich viele Gedanken über die Veränderungen gemacht. "Ich gehe alle zwei Wochen hier hin, um meine Angelegenheiten zu regeln. Ich werde es nicht schaffen, alles elektronisch zu machen. Deshalb werde ich den Weg in die Innenstadt auf mich nehmen müssen", sagt der 77-Jährige. Sauer ist er allerdings nicht. "Ich finde es schade, aber was soll man machen. Wir werden uns daran gewöhnen."

Die ehemaligen Kundenberater der Zweigstellen werden ab kommendem Montag das Team in der Hauptgeschäftsstelle an der Hohenfuhrstraße erweitern und dort teilweise neue Aufgaben übernehmen. Umziehen werden neben Andreas Ochell, Tanja Meskendahl und Birgit Graf auch Cornelia Becker, Venia Boßhammer, Svenja Butz, Christian Schulze und Kerstin Noschka. Die insgesamt mehr als 3000 Kunden aus den beiden Filialen werden mit an die Hauptstelle Hohenfuhrstraße übernommen.

Quelle: RP
 
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