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Radevormwald
Sterbekasse "Grüne Mark" will Selbstständigkeit aufgeben

Radevormwald. Karl-Otto Osenberg, Vorsitzender der Sterbekasse "Grüne Mark", hat ein besonderes Anliegen: "Die Sterbekasse möchte, wenn die Mitglieder zustimmen, ihre Selbstständigkeit aufgeben und ihren Mitgliederbestand einer größeren Sterbekasse, der Begräbnishilfe Berghofen VVaG Bochum, übertragen", teilt er mit. Von Joachim Rüttgen

Die Mitglieder sollen den Beschluss bei einer Versammlung am Samstag, 9. April, 14 Uhr, in der Gaststätte Leye in Wellringrade fassen.

Die Sterbekasse "Grüne Mark" wurde am 19. März 1893 in Grüne gegründet. Entstanden war sie aus den Sterbekassen Grüne, Mark und Filderheide. "Die Kassen entstammen einem alten Brauch. Wenn jemand im Dorf gestorben war, wurde ein Nachbar oder Angehöriger ausgeguckt, der von Tür zur Tür ging, um die Todesnachricht zu überbringen. Dabei bat er um einen Betrag für die Hinterbliebenen, die damit die Beerdigung finanzierten. An Stelle dieser Sammelei trat das Versicherungssystem. Die Sterbekasse war die frühe Form der Lebensversicherung", erklärt Osenberg.

Am 16. September 1974 erfolgte die Fusion mit der "Freiwilligen Begräbnishilfe" der Lutherischen und Reformierten Kirchengemeinde. "Die Aufgabe der Selbstständigkeit hängt damit zusammen, dass es immer schwieriger wird, den Verwaltungsaufwand zu bewältigen. Auch die Auflagen der Bezirksregierung und des Finanzministeriums tragen dazu bei, dass der Entschluss zur Übertragung gefasst wurde", berichtet Osenberg. Außerdem liege eine Überalterung vor, weil kaum noch junge Leute beitreten. Daher sei das Angebot für neue Mitglieder, zum jetzigen Sterbegeldtarif Mitglied zu werden, wenig reizvoll. "Die angespannte Finanzlage mit der Niedrigzinspolitik lässt kaum Erträge zu", schreibt Osenberg.

Daher sei im Vorstand nach Rücksprache mit der Bezirksregierung Köln und dem Deutschen Sterbekassenverband der Beschluss gefasst worden, sich einer größeren Kasse anzuschließen, damit eine Schieflage vermieden wird. Für die Mitglieder entstehen keine Nachteile. Beitrag und Sterbegeldhöhe bleiben unverändert. Lediglich die Ortsnähe geht verloren. Ein Vertreter von "Grüne Mark" wird als Mitgliedervertreter aber in der neuen Sterbekasse vertreten sein. "Grüne Mark" hat 1241 Mitglieder. Im Vorstand sitzen neben Osenberg, Heiner Hombrecher, Renate Rüggeberg, Heiko Hombrecher, Rainer Bornewasser, Gerd Gesenberg, Christian Erlemann und Ingo Dehn.

Sa. 9. April, 14 Uhr, Gaststätte Leye, Leye 1.

Quelle: RP
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