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Thema Sperrung Der Grundschule Stadt
Unterricht wäre ein Sicherheitsrisiko

Thema Sperrung Der Grundschule Stadt: Unterricht wäre ein Sicherheitsrisiko
Keinen regulären Schulbetrieb gibt es in der nächsten Zeit in der Grundschule Stadt. Erste Umzugskartons haben die Lehrer gestern aus dem Keller geholt. FOTO: wos
Radevormwald. Nachdem in einer Nische auf einem Flur eine Deckenplatte runtergefallen ist, bleiben große Teile des Schulgebäudes bis auf Weiteres gesperrt. Zwölf Kinder hatten gestern Spielunterricht in der Aula. Bis Freitag gibt es keinen regulären Unterricht. Von Wolfgang Scholl

Radevormwald Es sieht unspektakulär aus. In einer abgesperrten Nische ist ein Loch in der Decke zu sehen. Dort hat sich eine der zahlreichen Deckenplatten gelöst und ist auf den Boden gefallen. Eine Platte hat ein Gewicht von 2,5 Kilogramm.

Der beauftragte Statiker hat den Vorfall untersucht - und die gesamte Deckenkonstruktion des Schulgebäudes für unsicher erklärt. "Das Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass wir die Schule am Dienstagnachmittag sofort sperren mussten", sagt der Beigeordnete Frank Nipken. Der Statiker übernehme keine Verantwortung dafür, dass sich nicht weitere Deckenplatten lösen. In der nichtöffentlichen Stadtratssitzung hat Bürgermeister Johannes Mans am Dienstagabend die Kommunalpolitiker von der neuen Lage informiert.

Ein Blick auf die Stelle, an der sich in der Nische im Obergeschoss die Platte aus der Deckenkonstruktion gelöst hat.

Die Schule ist für Kinder bis auf zwei Räume, die Aula und ein Klassenraum, geschlossen. Gestern Morgen traf sich das Kollegium der Grundschule, um die Situation zu besprechen. Zwölf Kinder waren am Morgen zur Schule gekommen, für sie gab es Spielunterricht in der Aula. "Der Notunterricht ist bis Freitag gesichert", sagt Sönke Eichner, Pädagogischer Leiter im Fachbereich Jugend und Bildung in der Stadtverwaltung.

"Die Aula hat Dachluken und damit ein anderes Dach", erklärt Michael Faubel, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement. Der Raum, in dem das Lehrerkollegium tagt, hat vor einigen Jahren eine neue Decke erhalten. In einem weiteren Raum sieht man zwei unterschiedliche Deckenplatten, da ist nur in Teilen erneuert worden. "Die Schule ist 1968/69 für die Geschwister-Scholl-Schule als Hauptschule gebaut worden", sagt Faubel. Als die Hauptschule 1994 an die Hermannstraße wechselte, ist das Gebäude für eine Million Mark für die Grundschule vorbereitet worden. "Damals sind die Fassade und das Dach erneuert und gedämmt worden, außerdem sind Ventile in der Deckenheizung ausgetauscht worden", sagt Faubel. Auch die Vorräume, in denen die Toiletten liegen, haben eine alte Deckenkonstruktion. Den Grund für den Einbau einer Deckenheizung der Schule kennt er nicht. "Deckenstrahlheizungen werden normalerweise nur in Sporthallen oder anderen großen Hallen verwendet", sagt der städtische Architekt.

Sandra Pahl vom Schulleitungsteam der Geschwister-Scholl-Schule in einem der freien Klassenräume für die Grundschule Stadt.

Im Zuge der Erneuerung städtischer Gebäude war die Sanierung der Decke für 2018/19 vorgesehen. Für 2017 stehen Planungskosten im Haushaltsplan. "Jetzt müssen wir sofort ansetzen", sagt Faubel. Beschlossen worden ist, für die 30 Räume (mit VHS im Untergeschoss) grobe Kostenschätzungen für verschiedene Alternativen zu ermitteln. "Wir beschäftigen uns mit dem Einbau eines Netzsystems. Für die Räume müssten 80 bis 100 Netze auf Maß hergestellt werden, die an Haken unter der Decke befestigt werden", erklärt Faubel. Das dauere etwa drei Monate. Bürgermeister Johannes Mans hat gestern nach einem weiteren Gespräch den Auftrag erteilt, auch die Kosten für eine Gesamtsanierung zu ermitteln. "Wir haben die komfortable Lage eines leeren Schulgebäudes. Bevor wir viel Geld für ein kurzfristige Lösung ausgeben, können wir vielleicht die Gesamtsache angehen und dauerhaft Geld sparen", sagt der Bürgermeister.

Michael Faubel erklärt auch den Unterschied zu den Sporthallen, die vor einiger Zeit geschlossen werden mussten, weil Decken abzustürzen drohten. "Damals konnte die Befestigung der Deckenkonstruktion durch eine Verschraubung nachgebessert werden, das ist hier nicht möglich", sagt Faubel.

Die Lehrer haben nach der Konferenz gestern damit begonnen, Umzugskartons aus dem Keller zu holen und erste Kisten zu packen. "Die Kisten hatten wir noch vom Umzug aus der Blumenstraße", hieß es. Im Sommer 2013 waren die letzten Klassen der aufgelösten Schule an die Carl-Diem-Straße umgezogen.

Quelle: RP
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