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Radevormwald
Viele Perspektiven im Literaturcafé

Radevormwald: Viele Perspektiven im Literaturcafé
Im Literaturcafé ist der Literaturklassiker "Der Stechlin" von Theodor Fontane besprochen worden. Der Autor hat sich auch von Klostermauern wie hier von Dobbertin im heutigen Mecklenburg-Vorpommern inspirieren lassen. FOTO: Müller/dpa
Radevormwald. Vier Mal im Jahr treffen sich Leser, um über eine gemeinsame Lektüre intensiv ins Gespräch zu kommen. Die Teilnehmer schätzen den ehrlichen Austausch. Barbara Aldermann und Gudrun Buttchereyt sind die Organisatorinnen des Cafés. Von Flora Treiber

Lesen ist etwas sehr Persönliches. Nicht nur, weil jeder einen individuellen Literaturgeschmack hat, sondern Gelesenes, je nach Lebenssituation, anders verstanden wird. Die vielen Perspektiven auf einen Text machen den Reiz des Literaturcafés aus. Bis zu zehn Interessierte kommen vier mal im Jahr zusammen und freuen sich über den offenen Austausch über Literatur. "Wir stellen immer wieder fest, wie sich unsere Eindrücke von Büchern unterscheiden. Das ist sehr spannend. Unsere Diskussionen sind oft kontrovers, aber das ist auch gut so", sagt Barbara Aldermann. Sie und Gudrun Buttchereyt sind meistens die Ersten, die sich für das Literaturcafé im Mehrzweckraum des Bürgerhauses zusammenfinden. Kein Wunder, denn sie haben das Literaturcafé vor mehr als 14 Jahren auch ins Leben gerufen. Für jedes Treffen lesen sie und die anderen Literaturliebhaber zwei Bücher, die besprochen werden. Über die Bücher stimmen die Teilnehmer gemeinsam ab. Barbara Aldermann ist es wichtig, dass Klassiker und anspruchsvolle Literatur gelesen werden.

"Was man unter dem Begriff Frauenliteratur versteht, gefällt mir meistens nicht. Wir nutzen die Literatur, um auch über Politik oder Geschichte ins Gespräch zu kommen", sagt sie. Ursula Ausborn-Jörgens hat das Literaturcafé 2004 das erste Mal besucht und seitdem fast kein Treffen ausgelassen. Sie fiebert dem Treffen von interessierten Lesern immer entgegen. "Hier treffen so viele Persönlichkeiten und Altersgruppen aufeinander. Die Gespräche bringen alle weiter, und es ist schön, Menschen zu treffen, mit denen man Interessen teilt", sagt sie.

Ähnlich geht es Tamara Hill und Ute Krause. Beide tragen ein kleines Notizbuch bei sich, in dem die Bücher des vergangenen Jahrzehnts festgehalten wurden. "Das ist eine kleine Gedächtnisstütze, damit ich zurückverfolgen kann, wann wir welches Buch gelesen haben", sagt Krause. Auch sie ist seit 2002 zu jedem Treffen gekommen. "Das Literaturcafé ist eine Bereicherung. Toll ist, wenn Männer an dem Café teilnehmen. Sie haben oft eine ganz andere Sicht auf Literatur und geben neue Impulse", sagt Tamara Hill.

Am Dienstag sprach das Literaturcafé über "Ahasver" von Stefan Heym und "Der Stechlin" von Theodor Fontane. Bis zum nächsten Treffen am 12. September, 19.30 Uhr, liest das Literaturcafé "Der Trafikant" von Robert Seethaler und "Das Glück ist nicht vorbeigegangen" von Willi Fährmann. Dieses Treffen wird nicht im Mehrzweckraum, sondern in der Kinderabteilung der Stadtbücherei stattfinden.

Über neue Mitglieder freut sich die eingeschworene Truppe immer. "Es bestehen keine Verpflichtungen. Interessenten können gerne erst einmal zuhören oder direkt mitdiskutieren", sagt Aldermann.

Quelle: RP
 
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