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Radevormwald
Walter Ulber geht in den Ruhestand

Radevormwald. In mehr als 40 Jahren Lehrertätigkeit verhalf der Radevormwalder vielen Schülern dabei, ihren Weg im Leben zu finden. Von Marion Gerdel

Wer, wie Walter Ulber, nach mehr als 40 Jahren Lehrertätigkeit noch immer sicher ist, den richtigen Beruf gewählt zu haben, hat vieles richtig gemacht. Der Radevormwalder Lehrer der Geschwister-Scholl-Schule ist sich sicher, dass er am Dienstag bei seinem Eintritt in den Ruhestand auf ein aus vieler Sicht erfolgreiches Berufsleben zurückblicken kann.

"Mein Beweggrund, Lehrer zu werden, war der Wunsch, etwas mit Schülern zu tun zu haben. Dabei ging es mir weniger um den fachlichen Schwerpunkt, sondern viel mehr um den Umgang mit den Jugendlichen", erzählt er. Dabei wollte er Lehrer über den Unterricht hinaus sein, und seine Schüler vor allem auf das Leben nach der Schule vorbereiten. Selber ist er in Niederdahl auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat seine eigene Schulzeit bis zum Ende in der Realschule in Radevormwald verbracht. Das Abitur musste er in Remscheid absolvieren, da es in Radevormwald seinerzeit noch keinen gymnasialen Zweig gab.

Sein Entschluss, Lehrer zu werden, hing stark mit seinen positiven Erinnerungen an die eigene Schulzeit zusammen. "Meine Lehrerausbildung fiel in die Zeit der großen Umbruchstimmung. Man wollte alles besser machen und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Und auch ich wollte meinen Beitrag zur Veränderung der Gesellschaft leisten", erinnert er sich.

Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit wurde er ein Jahr lang an die Grundschule Wupper abgeordnet. "Dort fehlte ein Lehrer und da ich die entsprechende Studienqualifikation hatte, habe ich diese Aufgabe damals übernommen. Das Jahr hat mir aber gezeigt, dass mein Platz eher an der Hauptschule war und so kam ich wieder dorthin zurück", erzählt Walter Ulber.

Mit verschiedensten Maßnahmen hat er über die Jahre versuchte, auf die Geschicke seiner Schüler Einfluss zu nehmen. So entstanden unter anderem Projektwochen, Betriebspraktika, Selbstbehauptungs- und Konflikttrainings.

Durch diese Bausteine konnte Walter Ulber im Laufe seiner jahrzehntelangen Lehrertätigkeit vielen Schülern helfen, ihren Weg im Leben zu finden. Einige von ihnen haben es bis zum Arzt oder Maschinenbauingenieur geschafft. Aber für den Lehrer war es noch zufriedenstellender, wenn er erleben durfte, dass Schüler, um die er und seine Kollegen jahrelang gekämpft haben, es schafften, ihre Schullaufbahn in der Hauptschule erfolgreich abzuschließen. "Wenn ein schwieriger Schüler die zehnte Klasse schafft und man später noch erfährt, dass er sich eine Existenz aufgebaut hat, dann ist das ein Erfolg", erzählt Walter Ulber erfreut.

Zum großen Erfolg und zu seiner Zufriedenheit im Berufsleben hat auch das Lehrerkollegium der Radevormwalder Hauptschule einen großen Beitrag geleistet. "Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt", sagt der passionierte Lehrer´und fügt hinzu: "Wenn das nicht so gewesen wäre, hätte ich nach meinem Umzug nach Dortmund wohl auch den Arbeitsplatz gewechselt. So habe ich das Pendlerdasein in Kauf genommen, um an dieser Schule bleiben zu können."

Mit dem Eintritt in den Ruhestand erhofft sich Walter Ulber nun mehr Zeit für die Familie und sein Hobby, die Fotografie. Wie ruhig dieser Ruhestand aber wird, steht noch in Frage, denn der Radevormwalder hat bereits einen Antrag gestellt, die Geschwister-Scholl-Schule zumindest im reduzierten Rahmen auch in Zukunft weiter als Mathematiklehrer zu begleiten.

Quelle: RP
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