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Radevormwald
Wichtige Tipps nach einem Wildunfall

Radevormwald. Im Bereich Jakobsholt hat ein unbekannter Autofahrer einen Rehbock nach einem Zusammenprall einfach liegenlassen, obwohl das Tier noch lebte. Die Pressesprecherin der Hegegemeinschaft, Jagdpächterin Claudia Möllney, ist fassungslos. Von Joachim Rüttgen

Jetzt im Herbst mit der beginnenden dunklen Jahreszeit und oftmals schlechten Lichtverhältnissen passieren auf den Staßen im Bergischen Land immer mal wieder Unfälle mit Wildtieren. Die Unfallzahlen steigen für gewöhnlich in diesen Wochen deutlich an. Bei Wildunfällen steht Claudia Möllney, Pressesprecherin der Hegegemeinschaft Radevormwald und ausgebildete Naturpädagogin, als Jagdpächterin der Polizei sieben Tage die Woche jeweils 24 Stunden zur Verfügung.

"Das ist in allen Jagdrevieren in Radevormwald geregelt, der Polizei liegt von den Jagdpächtern und Jagdaufsehern eine Liste mit entsprechenden Telefonnummern vor", teilt sie mit. Erst vergangene Woche bekam Claudia Möllney morgens einen Anruf der Polizei, die ihr einen Wildunfall im Wiesengrund meldete. "Das Reh sei abgesprungen, dass bedeutet für mich eine Nachsuche mit meinem Weimaraner Louis. Also machte ich mich auf den Weg, das angefahrene Tier zu suchen", berichtet die Pressesprecherin.

Kurze Zeit später erhielt sie einen Anruf von einem Landwirt, dass ein totes Reh im Bereich Jakobsholt an der Straße liege. Das Reh sei, soweit er es beim Vorbeifahren gesehen habe, tot. "Nach der beendeten Nachsuche fuhr ich zur Straße Jakobsholt. Dieser Wildunfall wurde nicht bei der Polizei gemeldet. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass der an der Straße liegende Bock noch lebte", berichtet sie. Wie lange habe sich das arme Tier wohl gequält? "Der Autofahrer muss das Tier angefahren haben und hat es einfach liegenlassen. Wie traurig", sagt Claudia Möllney. Deshalb wendet sie sich jetzt mit vielen wichtigen Tipps an die Bürger, wie sie sich bei einem Wildunfall zu verhalten haben.

"Wir Jäger wissen: Jetzt gilt es, besonders vorsichtig zu fahren, um Unfälle mit wechselndem Wild zu vermeiden", schreibt sie. Bei mehreren tausend Unfällen pro Jahr liege der entstandene Sachschaden bei 33 Millionen Euro. Schlimmer als Sach- seien natürlich Personenschäden, denn jährlich sterben in Deutschland 30 Menschen durch Wildunfälle. "So hat ein Reh bei der Kollision mit einem 100 Stundenkilometer schnellen Fahrzeug ein Auftreffergewicht von fast einer halben Tonne", verdeutlicht Claudia Möllney die enorme Wucht bei einem Aufprall. Deshalb gebe es wichtige Verhaltenstipps. ' Bei angezeigtem Wildwechsel: Sofort Fuß vom Gas, langsam und konzentriert weiterfahren, Richtwert: maximal Tempo 60. ' Aufmerksam Wald- und Straßenränder beobachten. ' Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, während der Nacht und bei Nebel. ' Besonders gefährlich sind neue Straßen, die durch Waldgebiete führen. Wild behält die gewohnten Wechsel bei. ' Ein Tier kommt selten allein. Immer mit Nachzüglern rechnen. ' Wenn Wild im Scheinwerferlicht auftaucht: abblenden, abbremsen, hupen. ' Wenn ein Unfall unvermeidbar ist: Lenkrad festhalten, geradeaus lenken, abbremsen. Kein Ausweichmanöver; "die enden oft am nächsten Baum", sagt Möllney. ' Wenn Wild angefahren wurde, Warnblinkanlage einschalten, Unfallstelle sichern, Wild an den Randstreifen schaffen, niemals mitnehmen. Erste Hilfe leisten bei verletzten Personen, verletzte Tiere nicht verfolgen. Die Polizei muss bei einem Wildunfall mit Schalenwild (Rehe, Hirsche und Wildschweine) verständigt werden. ' Wenn ein Kfz-Schaden entstanden ist, Bescheinigung für eine Teilkaskoversicherung durch Polizei oder Revierinhaber ausstellen lassen. Ob Unfälle mit Federwild abgedeckt sind oder nur jene mit Haarwild, regelt der Versichersicherungsvertrag.

Quelle: RP
 
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