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Heiligenhaus
Auf der Suche nach einem Platz für Kunst

Heiligenhaus. Die Zukunft der Malschule in der Grundschule Unterilp ist offen. Die Stadt hat ihren Mietern zum 28. August gekündigt. Von Paul Köhnes

Es ist nicht der erste Umzug, der Petra Dreier und Michael Hanousek ins Haus steht. Vor fünfeinhalb Jahren musste ihr Atelier nebst Malschule Nachmietern in der Ratinger Papiermühle weichen. Sie fanden dann genau, was sie suchten: einen hellen, 80 Quadratemeter großen und reichlich hohen Raum plus 20 Quadratmeter Abstellkeller - alles zusammen in der Grundschule Unterilp. Als die geschlossen wurde, kam neben Malschule und Atelier des Künstlerpaars noch der ADFC als Mieter eines Raumes hinzu. Jetzt sollen sie weichen. Dreier/Hanousek haben die Kündigung für den 28. August auf dem Tisch liegen. Die Schule soll, wie berichtet, wieder hergerichtet werden für den Schulbetrieb der Grundschule Regenbogen.

Über die aktuelle Lage informierten sich gestern Vertreter der SPD in der Unterilp. Bisher, so steht in Ausschussunterlagen zu lesen, sollen für die jetzigen Mieter "alternative Unterbringungsmöglichkeiten" geschaffen werden. Für das Künstlerpaar ist aber der Vorschlag der Stadt "eigentlich nicht praktikabel", stundenweise Räume in der Volkshochschule am Südring zu nutzen. Man müsse dann das Material hin- und herfahren und habe auch keine Möglichkeit, frisch gemalte Bilder sachgerecht zu trocknen und aufzubewahren. Außerdem, so Michael Hanousek, gebe es bei dieser Lösung ein Zeitproblem: "Auch die Kurse unserer Malschule sind abends, wie viele VHS-Kurse auch. Zeiten tagsüber nützen uns nicht so viel." Ingmar Janssen bringt eine weitere Idee ins Spiel: "Sprachkurse der VHS müssten doch nicht unbedingt am Südring stattfinden - schließlich gibt es bekanntlich jede Menge leere Klassenräume in Heiligenhauser Schulen - zumal abends. Dann wäre für die Malschule, eventuell auch für das Atelier, Platz am Südring." Außerdem sie die Malschule zwar eine private Einrichtung, aber eine, die Geld in die Kasse bringe. Hanousek erinnert sich: "Unsere Miete orientiert sich am Muster des Düsseldorfer Kulturamts für solche Zwecke. Damit war man in Heiligenhaus vor fünfeinhalb Jahren sehr zufrieden." Die SPD möchte auch nicht darauf herumreiten, ob eine private Malschule nun "kommunalen Nutzen" stiftet oder nicht. Janssen: "Man muss überlegen, dass eine solche Schule durchaus öffentliche Wirkung hat." Zudem arbeitet die Malschule eng zusammen mit der Diakonie Aprath, es gab und gibt Projekte mit Flüchtlingen und psychisch kranken Patienten.

Die Künstler selber haben sich inzwischen längst selbst auf die Suche nach Alternativen gemacht. Ergebnis? "Wir kennen jeden Hinterhof - aber gefunden haben wir bisher nichts Passendes", sagt Petra Dreier. Gut wären die Räume alter Handwerksbetriebe wie Bäckereien oder Tischlereien - aber hier müssen Lage und Licht stimmen. Leere alte Produktionshallen dagegen seien reichlich zu bekommen - die seien aber mit Angeboten ab 500 Quadratmetern um ein Vielfaches zu groß für den Bedarf.

Trotzdem will man nicht aufstecken. Janssen ist sicher: "Bis zum 28. August gibt es eine Lösung."

Quelle: RP
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