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Ratingen
Barbie-Sammlung feiert Rekorde

Ratingen. Bettina Dorfmann hat ein Faible für Barbie-Puppen. 17.000 Stück hat sie mittlerweile angesammelt. Viele davon sind ständig auf Tour und werden in Ausstellungen gezeigt. Von Gabriele Hannen

Als sie ein Kind war und noch Bettina Gelhaar hieß, spielte sie mit Playmobil, Lego und Jungen. Auch mit Mädchen. Inzwischen heißt sie - und das schon lange - Bettina Dorfmann und hantiert mit Barbiepuppen. 17.000 von ihnen füllen Wohnung und Lager und sind schon mehrfach im Guinessbuch der Rekorde lobend erwähnt worden.

Die Mittfünfzigerin sieht nicht aus, wie man sich so eine reinrassige Barbie vorstellt, ist nicht umoperiert und auch sonst ganz normal. Sie ist zwar von zierlicher Gestalt und rafft ihr Haar gelegentlich zum Pferdeschwanz, aber nicht die Brust bis unters Kinn. Und auf die (auf eine Frau) umgerechneten Barbiemaße von etwa 99 - 46 - 84 Zentimetern kommt sie auch nicht.

Barbie stöckelte nach Deutschland, als Bettina noch im Elternhaus mit zehn anderen Kindern das spielt, was in den 60ern so üblich war: Mutter und Kind mit Menschen und Mutter und Kind mit Puppen. Man fuhr auch Roller und Rollschuh.

Die frühe Barbie, Spielzeug-Migrantin aus den USA, trug dezente Garderobe für die elegante Dame. Als die Umsatzzahlen stagnierten, folgte Kleidung nach dem Massengeschmack; Barbie bekam wallende blonde Mähne, üppiges Dekolleté, türkisfarbenen Lidschatten und knappe Miniröckchen. Sie besuchte keine Vernissagen und Tennisplätze mehr, sondern widmete sich populären Sportarten. Bettina Gelhaar wiederum machte das Wirtschaftsabitur.

Vor gut zwei Jahrzehnten entwickelte sie Begeisterung fürs Puppensammeln - hatten die Hersteller doch inzwischen mancherlei Änderung auf den Markt geworfen, gab es auch ganz spezielle Varianten der schmal gewachsenen Puppengestalt - solche mit dunklerem Haar, mit dezenterer Schminke, mit anderem sozialen Umfeld.

Bettina Dorfmann, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Düsseldorf wohnt, besitzt inzwischen die weltweit größte Barbiepuppen-Sammlung und steht damit nicht nur im Guinnessbuch der Rekorde, sondern auch in der "World Record Academy USA" und im Deutschen Institut für Rekorde. Ein Teil ihrer Sammlung ist fein säuberlich in Sammlervitrinen zu Hause ausgestellt, aber der Großteil der Puppen und des Zubehörs befinden sich in Barbiepuppen- Ausstellungen in den unterschiedlichsten Museen, sogar im Ausland.

Die Barbiepuppen-Ausstellung "Busy Girl, Barbie macht Karriere", die sie gemeinsam mit Karin Schrey (der stellvertretenden Vorsitzenden des Ratinger Puppenvereins) konzipiert hat, ist seit dem Jahr 2004 ohne Pause in deutschen Museen unterwegs und wurde vom Land NRW finanziell unterstützt. Erfolgreich tourt auch die Ausstellung "Zwischen Alltag und Glamour".

Kinder wissen es: Man kann übrigens Barbie-Puppen recht gut bei den Fesseln packen und sich damit gegenseitig schlagkräftig verdreschen. Wenn es dann unerwartete Trümmer gibt, steht Bettina Dorfmann mit puppenmedizinischer Hilfe parat: In ihrer Barbie-Klinik repariert und restauriert sie Exemplare, die aus ganz Europa bei ihr eintreffen. Sie schätzt überdies Puppen aller Art auf ihren Wert hin und begutachtet sie und auch deren Zubehör.

Nein, sie redet sich nicht in einen Barbiepuppen-Rausch hinein - sie kann, wie Mütter es tun, stolz über die sportlichen Erfolge ihrer Tochter sprechen und über die Bedeutung, die eine harmonische Familie für sie hat.

Und über Bettina Dorfmann selbst wird auch gesprochen - zum Beispiel von der Leiterin des Museums Ratingen, Alexandra König, und das mit großem Respekt vor ihrer zuverlässigen und professionellen Art als Kollegin im Museum.

Quelle: RP
 
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