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Ratingen
Die Magie des Körpers

Düsseldorf. Den eigenen Körper immer wieder anders zu erleben – das sei der Reiz gewesen, sagt die Künstlerin. Seit Samstag zeigt das Galeristenpaar Guretzky-Cornitz unter dem Titel „Kunst spricht von Seele zu Seele“ eine spannende Fotoausstellung, die ein und denselben Frauenkörper abgelichtet von sieben Fotografen aus ganz Deutschland zeigt. Das Besondere: das Modell Lie, alias Rosalie Thielen, setzte sich selbst in Szene.

Es sei ein schmaler Grad zwischen Pornographie und ästhetischer Kunst bei der Aktfotografie, erklärte Thielen, die sich mit dem Projekt, wie sie sagt, selbst verwirklicht habe. Durch einen Zufall war die Hobbyfotografin selbst zum Model eines Freundes geworden und hätte entdeckt, wie spannend es sein kann, auch einmal vor der Kamera zu stehen. Doch das allein reichte der Bremerin nicht. Sie wollte nicht Model allein sein, sondern das Bildgeschehen, die Geschichte, selbst bestimmen. So suchte sie sich Fotografen aus ganz Deutschland, die sich auf das ungewöhnliche Experiment einließen. Butow und Kata Maler, Oliver Vogt, Anja Papenfuß, Alfred Wickel, Vermon Trent und Monika Eichert wagten es.

Ganz unterschiedlich sind die Arbeiten, was nicht allein an der Regisseurin lag. Technische Bildbearbeitung und der gezielte Einsatz von Lichtquellen sind ebenso beteiligt gewesen. So ist die großformatige Serie „Überhörbar“, „Nichts anders“ und „Hände“ nicht allein eine ästhetische Nacherzählung des Romans „Salz auf unserer Haut“, sondern auch von der Bildbearbeitung kunstvoll arrangiert. Ähnlich ist es bei den Lichtmalereien von Alfred Wickel, der ganz ohne technische Bearbeitung, allein durch die Lichtgebung, die Geschichte Thielens „erzählt“.

Dabei überschreiten die Fotografen nie den schmalen Grad zwischen ästhetischer Aktfotografie und Pornografie. Es geht immer um den einen, reinen Körper im Kontext der Inszenierung, der Irritation und dem pathetischen Ausdruck, die den Betrachter verführt, den Bewegungen und Formen wie magisch zu folgen. Dabei wirken die Bilder nie provokant, sondern der Betrachter ist geneigt, trotz des starken Ausdrucks der Darstellerin von Zartheit zu sprechen. Durch einen Zufall sei der Galerist Peter Guretzky im Internet auf die Fotos aufmerksam geworden begeistert gewesen von dieser Art Experiment. Für ihn sei die Ausstellung ein Versuch, auch jüngeres Publikum für Kunst zu interessieren, sagte er. Der Erfolg der Vernissage gab ihm recht – etwa 50 Besucher waren gekommen.

Info Die Ausstellung ist bis Samstag, 16. Februar in der Galerie, Düsseldorfer Straße 73. Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags 15.30 bis 18.30 Uhr, samstags 14 bis 18 Uhr.

Quelle: RP
 
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