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Heiligenhaus
Eigener Honig schmeckt eben am besten

Heiligenhaus: Eigener Honig schmeckt eben am besten
Anschauungsunterricht: Kursleiter Karl Heinz Uhlig stellte auch Utensilien fürs Imkern vor. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Beim Anfängerkursus für Bienenhaltung freute sich Imker und Kursusleiter Karl Heinz Uhlig über das riesige Interesse. Thema der ersten Stunde: Die Biologie der Bienen und der Imkereibedarf. Von Anneke Schultz

"Mit so vielen Leuten habe ich gar nicht gerechnet, das ist echt super", sagt Karl Heinz Uhlig. Der Seminarraum im Umweltbildungszentrum war dann auch komplett besetzt. Thema der ersten Stunde: Die Biologie der Bienen und der Imkereibedarf. Eigene Bienen zu halten bringt eine Menge Vorteile. Viele unserer Lebensmittel hängen von den Bienen ab, da sie die Bestäubung der Pflanzen gewährleisten. So kann jeder mit dem eigenen Bienenvolk etwas für den Umweltschutz tun. "Bienen zu halten, ist einfacher als viele denken. Außerdem erlebt man die Natur direkt vor der Haustür, und natürlich schmeckt der eigene Honig einfach am besten", sagte Uhlig.

Einsteiger brauchen für den Anfang natürlich ein Bienenvolk, eine Bienenkiste und das entsprechende Grundwissen. Die Bienenkiste unterteilt sich in die Bruträume und den Honigraum. Im Brutraum lebt die Königin und legt Eier, im Honigraum entsteht der Honig. Diesen erhält der Imker dann durch das sogenannte Schleudern. "Das Schleudern macht den größten Aufwand, da Anfänger natürlich erstmal keine eigene Schleuder haben. Da muss man sich dann mit Imkern absprechen und dort schleudern. Alle anderen Dinge sind schnell erledigt", erklärte Uhlig.

Neben der Honigernte gehört natürlich auch die Pflege des Bienenvolks zu den Aufgaben eines Imkers. Die Bienen müssen auf die Varroamilbe untersucht und bei einem Befall dementsprechend behandelt werden. Die Milbe ist eine der Hauptursachen für das Bienensterben im Herbst und Winter.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, das Schwärmen der Bienen zu vermeiden. In einem starken Bienenvolk können neue Königinnen schlüpfen und mit einem Teil des Volks als neuer Schwarm ausschwärmen. Da Honigbienen aber auf den Imker angewiesen sind, würde der neue Schwarm sterben, wenn er nicht rechtzeitig eingefangen und in eine neue Bienenkiste gesetzt wird. Es ist oft einfacher, die Zellen, in denen sich die neuen Königinnen entwickeln, zu entfernen und so das Bienenvolk zusammenzuhalten.

Natürlich stellte sich im Kurs auch die Frage nach Stichen durch die Bienen. Dazu hat Imker Karl Heinz Uhlig eine klare Meinung: "Wir arbeiten nur mit sanftmütigen Bienen. Sie sind keine aggressiven Tiere, daher braucht keiner Angst vor ihnen zu haben." Natürlich sollte man die Bienen nicht reizen und so einen Stich provozieren.

Die Teilnehmer waren begeistert vom ersten Teil des Kurses und freuen sich auf die praktischen Kurstage. "Ich habe feste Pläne für mein eigenes Bienenvolk. Es ist ein interessantes und naturverbundenes Hobby, das finde ich einfach toll. Mein Arbeitskollege hat bereits eigene Bienen und hat mich darauf gebracht", sagte Teilnehmer Roman Ritzenhoff. Die nächsten drei theoretischen Kurstage beschäftigen sich mit den Themen Völkerführung, Honig und Spätsommerpflege. Die praktischen Kurstage beginnen im März und finden im Waldmuseum statt. Über das ganze Jahr verteilt können die Teilnehmer alle Handgriffe eines Imkers mit einem richtigen Bienenvolk erleben. Sticht eine Biene zu, bleibt ihr gesamter Stachelapparat inklusive der Giftblase in der Haut des Menschen hängen. Daher sollte man versuchen, die Giftblase sofort abzukratzen und den Stachel zu entfernen. So gelangt nicht das gesamte Gift in den Körper, und es kommt nur zu kleinen Rötungen und Schwellungen. Nur die weiblichen Bienen können stechen. Da der Stachel hängen bleibt, sterben sie.

Quelle: RP
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