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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Ein Projekt auf dem Abstellgleis

Ratingen. Die Lage des Ostbahnhofs ist gut - doch dies allein reicht nicht, um aus der städtischen Immobilie etwas zu machen.

Dieses Thema darf man auf den Tagesordnungen so fest einplanen wie Verspätungen bei der Bahn. Wenn es um den Ostbahnhof geht, dann reden Politik und Verwaltung über einen echten Klassiker.

Nun: Die Immobilie gehört der Stadt. Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, wie man das Gebäude aufwerten könnte. Die SPD verweist in einem aktuellen Schreiben auf den Ratsbeschluss, wonach man eine sozio-kulturelle Nutzung in privater Trägerschaft anstreben soll. Doch die Verwaltung tut sich schwer - sehr schwer. Und es drängt sich stark der Eindruck auf, dass man gar keine Lust mehr hat, über dieses Thema zu sprechen.

Der aktuelle Stand: Man will mit externer Hilfe den Ostbahnhof vermarkten und einer "hochwertigen Kernnutzung" zuführen. Büros, Kanzleien und Arztpraxen - all dies wäre denkbar, würde aber den Grundauftrag des Ratsbeschlusses entkräften.

Der Vorschlag des CDU-Ratsmitgliedes Wolfgang Diedrich, das Jugendzentrum Lux möglicherweise in den Ostbahnhof zu verlegen, ist definitiv vom Tisch. Die Jugendlichen hatten sich auf einer Podiumsdiskussion der RP klar und deutlich gegen diese Idee ausgesprochen.

Doch was nun? Die SPD setzt die Verwaltung weiter unter Druck: Man soll gefälligst nach Investoren suchen, die für ein Projekt mit Gastronomie und kultureller Nutzung in Frage kommen. Eine völlige Kehrtwende - hin zu Büros und Praxen - sei ausgeschlossen.

Zum jetzigen Zeitpunkt zeichnet sich jedenfalls keine Lösung für den Bahnhof ab. Und man sollte nicht damit rechnen, dass die Verwaltung irgendwann einen Investor aus dem Hut zaubern wird. Die Stadt würde die Vermarktung eher heute als morgen delegieren. So verharrt das Projekt auf dem Abstellgleis. Schade, denn dieser Standort ist nicht der schlechteste für ein kulturelles Angebot. So sieht es auch der Rat.

Quelle: RP
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