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Ratingen
Einbrecher nehmen Ratingen ins Visier

Einbrecher nehmen Ratingen ins Visier
Im Februar dieses Jahres gab es auf der Straße Am Feldkothen eine Einbruchserie. FOTO: Blazy, Achim
Ratingen. 307 Straftaten innerhalb der ersten sechs Monate - im Jahr 2014 waren es zwischen Januar und Juni nur 121 Fälle. Von Norbert Kleeberg und Christoph Schmidt

Täter sind ganzjährig unterwegs. Doch in der Herbstzeit wird es im Bereich der Einbrüche ganz massiv - und so ist es auch in diesem Jahr. Und die Zahl dieser Delikte wird weiter deutlich steigen.

Das sieht auch Kriminaldirektor Johannes Hermanns so. Im Kreis habe man im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 40 Prozent. Ratingen und Hilden seien von dieser Entwicklung überproportional besonders betroffen. "Die Einbruchszahlen steigen landesweit", erklärt Hermanns. Woran liegt das? "Wir werden von Diebesbanden aus Südosteuropa überrollt", sagt der Kriminaldirektor: "Im vergangenen Jahr waren andere Bundesländer betroffen. Jetzt ist Nordrhein-Westfalen dran."

Die Polizei könne auch Erfolge verzeichnen: "In diesem Jahr konnten wir im Kreis Mettmann 20 Mal Einbrecher noch am Tatort festnehmen." Was können die Bürger angesichts dieser Lawine von Einbrüchen tun? Einiges, meint Hermanns. Er hat eine Zahl parat, die aufhorchen lässt: "In den ersten sechs Monaten blieben 43 Prozent aller Einbrüche im Versuch stecken, 2013 waren es 39 Prozent." Viele Bürger haben die Türen und Fenster ihrer Wohnungen offenbar technisch besser gesichert. Der Kriminaldirektor führt das auch auf verstärkte Aufklärungsarbeit zurück.

Die Beamten der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Polizeiwache Hilden (Telefon 02104/982-7500) bieten ihren kostenfreien Rat jedem Einbruchsopfer an, erläutert deren Leiter Uwe Kohfeldt: "Wir kommen auf Wunsch auch in die Wohnung." Das werde "gleichbleibend", aber offenbar nicht von jedem angenommen, deutet er an. Die Polizisten kennen die Kniffe der Einbrecher ganz genau. Und sie informieren neutral über Sicherungstechnik und über zertifizierte Firmen, die sie sachgerecht einbauen.

Wer die Dienste der Beratungsstelle in Anspruch nehmen will, sollte sich sputen. "Ab 19. Oktober werden die Termine knapp", weiß Kohfeldt.

Wie dramatisch die Lage in Ratingen ist, verdeutlicht Polizeisprecher Ulrich Löhe. Im vergangenen Jahr habe es zwischen Januar und Juni 121 Einbrüche gegeben, in diesem Jahr seien für den angegebenen Zeitraum 307 Delikte registriert worden. Löhe versichert, dass man bei den Präventionsprogrammen für Bürger nicht nachlassen werde. Er spricht von "reisenden Tätern", die in den Sommerferien in ihre Heimat zurückfahren. In dieser Zeit seien die Zahlen auch zurückgegangen, so Löhe.

Er betont, dass man vor allem unter Nachbarn sehr wachsam sein sollte. "Wenn einem etwas auffällt, dann sollte man auch nicht zögern, die Polizei zu informieren", erklärt der Polizist.

Löhe räumt mit einem Trugschluss auf: "Viele glauben, dass die meisten Einbrüche in der Nacht passieren. Das ist definitiv falsch. Es sind Tageswohnungseinbrüche, die am häufigsten vorkommen."

Quelle: RP
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