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Ratingen
Lehrer fordern mehr Hilfe für Unterricht mit Flüchtlingen

Ratingen. Im vergangenen Jahr wurden 265 Flüchtlingskinder beschult. Es fehlt an geeignetem Fachpersonal und an Räumen. Dies war auch Thema im Rat.

Pädagogen sind in großer Sorge. Zunehmende Kritik und Hilferufe aus dem Kreis Mettmann hat der Ratinger CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Wilhelm Droste jetzt zum Anlass genommen, sich mit einem Schreiben an Landesschulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) zu wenden.

Im Blickpunkt sollen die Maßnahmen zur Unterstützung der Schulen und der Lehrkräfte bei der Beschulung und Integration von Flüchtlingskindern stehen. Exemplarisch für den Kreis Mettmann werden seit dem vergangenen Jahr 265 Flüchtlingskinder in Ratinger Schulen unterrichtet. Die Verteilung der Schüler erfolgt durch das Schulamt, deren Mitarbeiter vor enormen Herausforderungen stehen. Grund: Es fehlen Dolmetscher, die Zahl der DAZ-Lehrer (Deutsch als Zweitsprache) reicht nicht aus, zudem mangelt es an Räumen.

"Als Landtagsabgeordneter aus dem Kreis Mettmann bewegt mich aufgrund der Berichte von Lehrerinnen und Lehrern vor Ort besonders die aktuelle Situation von Flüchtlingskindern in den Schulen des Kreises."

Und er fügte an: "Auch die immer stärkere Unterversorgung mit originären Schulsozialarbeitern, die gerade in dieser Situation eine nicht nur sinnvolle, sondern notwendige Ergänzung zu den Lehrkräften darstellen, erfüllt nicht nur mich mit großer Sorge."

An den Schulen der Sekundarstufe 1 wurden zur Unterrichtung von Flüchtlingskindern "Willkommensklassen" gebildet, an denen die Schüler im Alter zwischen 11 und 16 Jahren von einem Deutschlehrer mit der Zusatzqualifikation Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache unterrichtet werden. "Wie mir mehrfach berichtet wurde, sind schon das unterschiedliche Alter der Schüler und ihre unterschiedlichen Bildungsniveaus eine große Herausforderung für alle Beteiligten, die nur mit der Unterstützung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer gelingen kann. Wenn die Kinder fleißig und interessiert sind, machen sie schnell Fortschritte. Dies ist aber natürlich nicht bei allen der Fall", meinte Droste.

"Besonders problematisch soll es für die älteren Jugendlichen sein, die bereits 14 oder 15 Jahre alt sind und dann in die achte oder neunte Klasse wechseln müssen. Diese Schüler sollten nach der fachlichen Meinung der Lehrerschaft möglichst lange in dem Schonraum ,Willkommensklasse' bleiben dürfen, damit sie neben Deutsch auch Unterricht in Englisch und Mathematik bekommen können", so Droste. Margret Paprotta, die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Rat, hatte unlängst von gravierenden Problemen mit Blick auf den Unterricht von Flüchtlingskindern gesprochen und deutlich mehr Hilfe angemahnt.

(RP/kle)
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