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Lintorf
Lust auf Lesen und Lernen wecken

Lintorf: Lust auf Lesen und Lernen wecken
Lintorf. Schon seit über zehn Jahren kommen ehrenamtliche Mentoren in die Heinrich-Schmitz-Grundschule, um dort mit den Kindern das Lesen zu üben - in der Regel geht dies bis zum Ende der Grundschulzeit. Von Monika von Kürten

Ein chinesisches Sprichwort sagt "Jedes Mal, wenn man ein Buch öffnet, lernt man etwas". Der Verein Mentoring Ratingen will Schülern in der Dumeklemmerstadt Mut zum Lesen und somit zum Lernen machen, indem seine Mitglieder Vorlesungen in der Stadtbücherei halten oder einzelne Schülern individuell in der Schule bei diesem Lernprozess unterstützend zur Seite stehen.

So kommen auch die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Schmitz-Grundschule in Lintorf in den Genuss dieser Förderungsmöglichkeit. Schon seit dem Gründungsjahr des Vereins kommen im Rahmen des Projektes "Lies mit mir" ehrenamtlich tätige Lesementorinnen und Lesementoren in die Grundschule und üben nach Unterrichtsschluss mit jeweils einem Kind ganz in Ruhe das Lesen.

Das jeweilige Kind entscheidet in der Regel selber, mit welchem Lesestoff es sich beschäftigen möchte, egal, ob es sich um spannende Romane oder Sachbücher oder gar um Texte aus den Schulbüchern handelt. Die Lesemotivation kann nämlich am besten durch das selbstständige Entdecken eigener Interessen entstehen und somit eine Basis für spätere Interessen, nicht nur im Fach Deutsch legen. Welche Schüler in den Genuss dieser individuellen Förderung kommen, bestimmt die Schule.

Derzeit sind an der Grundschule zwölf Lesementorinnen und sogar zwei Lesementoren im Einsatz. Eine von ihnen ist Illa Mentzen. Seit über zehn Jahren ist sie Mentorin und liest regelmäßig mit ihren Schützlingen. Obwohl sie jetzt schon seit einiger Zeit im Ruhestand ist, macht ihr als gelernte Erzieherin die Arbeit mit Kindern noch immer Spaß, und sie kommt gerne in die Grundschule. Stolz erzählt sie von einer Schülerin mit Leseschwierigkeiten, die sie vier Jahre begleitet hatte. In ihrer Sprachentwicklung habe sie während dieser Zeit so große Fortschritte gemacht, dass sie jetzt erfolgreich ein Gymnasium besuchen könne.

Derzeit ist der neunjährige Ghassan Schützling von Mentzen. Sie arbeiten seit dem letzten Schuljahr miteinander. Liebstes Thema des Drittklässlers sind Fußballgeschichten. Die Mentorin liest aber nicht nur Bücher mit ihm, sie hilft auch bei den Hausaufgaben, wenn es nötig ist. "Ghassan ist zum Beispiel sehr gut in Mathematik. Er kann aber nicht immer alle Aufgaben lösen, weil er sie nicht richtig lesen kann. Das machen wir dann zusammen", sagte sie.

Die Eltern begrüßen das Angebot der Leseförderung ausdrücklich, und auch die Kinder freuen sich immer auf "ihren" Lesementor, der sich die Zeit nur für sie nimmt. Denn sie merken, dass sich ihre Lesefähigkeit durch das regelmäßige Üben stetig verbessert. "Vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund ist diese Einzelförderung ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengleichheit. 'Lesen heißt verstehen' und dabei leisten die Mentorinnen und Mentoren kompetente Hilfestellung: Der Wortschatz wird erweitert, unbekannte Begriffe und Wörter werden erklärt und Fragen zum Text beantwortet. Die Zuwendung einer Mentorin beziehungsweise eines Mentors zu einem Kind ist eine wichtige und positive Erfahrung und stärkt das Kind in seinem Selbstbewusstsein", erklärte Meike Grothe, Lehrerin an der Heinrich-Schmitz-Schule.

Die Lesementoren begleiten die Kinder in der Regel bis zum Ende der Grundschulzeit. Sie nehmen daher auch an den Festen und Feiern der Heinrich-Schmitz-Schule teil, wie zum Beispiel Schulfest, Martins- oder Weihnachtsfeier, und stehen stets in engem Kontakt zu den Lehrerinnen und auch der Schulleitung.

Quelle: RP
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