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Heiligenhaus
Neue Pläne für alte Stettiner Straße

Heiligenhaus. Der Asphalt ist marode, ebenso die Lampen. Kanäle müssen erneuert werden. Das Ganze summiert sich zu einem Millionenprojekt. Es gibt ein allseits begrüßtes Konzept hierfür. Von Paul Köhnes

Angelika Binkowski pflegt für ihren Stadtteil Nonnenbruch keine luftigen Visionen auszubreiten. Die Vorsitzende der AG der Bürgervereine ist bestens vertraut mit dem Alltag der Anlieger - immerhin kann sie bei ihren Stadtteil-Sprechstunden allerhand Geschehen vom Fenster aus beobachten. Keine Visionen also, wohl aber ein Stoßseufzer, halb im Scherz: "Es wäre doch schön, wenn auf der Königsberger Straße einmal Tempo 30 gefahren würde - und zwar pro Auto, nicht pro Reifen."

Anwohnerverkehr ist Dauerthema im Nonnenbruch. Folglich gibt es für Binkowski auch bei einem anstehenden Millionenprojekt klare Präferenzen: "Parkplätze für die Anwohner sind ganz besonders wichtig. Kein Bewohner der Mehrfamilienhäuser kann sein Auto zusammenklappen und mit in die Wohnung nehmen." Wenn es also vom kommenden Jahr an um die Sanierung von mehreren hundert Metern Stettiner Straße geht, braucht es hierfür ein Konzept. Das liegt auf dem Tisch, ist zwischen Verwaltung, Bürgern und Politik besprochen - und wurde in dieser Woche vom Verkehrsausschuss auf den Weg gebracht. Ein Verfahren nach bewährtem Muster: Erneuerung von Fahrbahn, Gehwegen, Beleuchtung - und die Grünanlagen müssen komplett saniert werden. "Es ist eben so: Straßen werden für 30 bis 35 Jahre gebaut, dann gelten sie als verschlissen", sagt Tiefbauchef Michael Krahl. Meist aber halten sie noch weit länger durch - die Stettiner Straße im aktuellen Ausbauzustand wurde Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre gebaut. Aber so geht es nicht weiter, zumal auch Versorgungsleitungen und Kanäle erneuert werden müssen.

Für Krahl hat das zunächst eine organisatorische Konsequenz: "Wir werden nicht einfach eine Straße bauen und den Anliegern die Rechnung schicken." Deshalb gab es schon - wie in vergleichbaren Fällen geübte Praxis in der Stadt - eine eigene Veranstaltung zur Information der Anlieger. Das sei, so Krahl, keine Pflichtaufgabe, allerdings eine "Frage der Fairness gegenüber den Anliegern".

Hintergrund: Nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) müssen Anlieger (Hausbesitzer) einen Teil der Sanierungskosten übernehmen. Der ist gestaffelt. Bei der Erneuerung der Fahrbahn beispielsweise sind das 45 Prozent, bei Parkplätzen und Bürgersteigen 65 Prozent. Im Fall der Stettiner Straße müssen die Anlieger sich nach Krahls Worten nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2019 auf Rechnungen gefasst machen. " Abgerechnet wird erst, wenn alles fertig ist."

Wer früher etwas über den Kostenrahmen erfahren möchte, kann sich allerdings mit Jürgen Hollenberg in der Kämmerei in Verbindung setzen. Die Bürgerversammlung habe es "eine sehr gute Einigkeit gegeben" sagte Krahl. Dazu jetzt einen einstimmigen Beschluss im Verkehrsausschuss - "besser geht es nicht".

Binkowski hat noch ein Detail im Hinterkopf: "Schon vor etlichen Jahren habe ich im Verkehrsausschuss vorgeschlagen, die Hecke an der städtischen Wiese zu entfernen und dort Parkplätze einzurichten." Das sei aus Kostengründen damals nicht geschehen - jetzt liegt die Idee wieder auf dem Tisch. In bester Erinnerung ist auch die vorangegangene Baustelle im Nonnenbruch. "Die Leipziger Straße war am Ende viel schneller fertig als geplant."

Quelle: RP
 
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