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Analyse
Pesch bleibt seiner Agenda treu

Ratingen. Die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen rückt einige Kernaufgaben der Stadt in den Hintergrund. Das soll sich ändern. Von Norbert Kleeberg

Der Bürgermeister wirkt kraftvoll und gelöst. Klaus Konrad Pesch, der frühere Erste Beigeordnete der Stadt, ist vollends angekommen in seinem Amt als Stadtoberhaupt. Der Jurist und Diplom-Kaufmann hat verstanden, dass er neben der Bewältigung tagesaktueller Probleme auch Visionen aufzeigen muss. Mut machen in diesen schwierigen Zeiten, Optimismus versprühen - dies gehört durchaus zu den Kerntugenden eines Bürgermeisters.

Pesch hat auf den beiden Neujahrsempfängen von FDP und CDU Mitte deutlich gemacht, dass die Stadt von Lethargie und Zweckpessimismus weit entfernt ist. Die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen kostet viel Kraft, doch Verwaltung, Vereine, Verbände und viele ehrenamtlich tätige Einzelpersonen zeigen mit ungebrochener Energie, dass man diese Aufgabe gemeinsam bewältigen kann.

Der Bürgermeister hat erkannt, dass es nun an der Zeit ist, den Fokus wieder stärker auf andere Themen zu legen. Denn auch dies gehört zu seinem Job: Er muss die Dinge, die er in Form seiner Agenda 2020 formuliert hat, umsetzen.

Unter dem Oberbegriff "Gerechtigkeit" hat der Verwaltungschef bei beiden Neujahrsempfängen daran erinnert, dass man die Investitionen in die Infrastruktur nicht vergessen darf. Pesch nimmt dabei Jugend und Senioren ausdrücklich mit ins Boot, denn er weiß, dass die Stadt mit Blick auf diese großen gesellschaftlichen Gruppen vor enormen Herausforderungen steht. Im Bereich der Schulen sind weitere millionenschwere Sanierungen vorgesehen. Das Mehrgenerationen-Wohnen nimmt in der Stadtplanung eine zentrale Rolle ein.

Der Bürgermeister will also seiner Agenda 2020 treu bleiben - wohl wissend, dass er längst nicht alles zeitnah realisieren kann. Pesch ist vor allem die Botschaft wichtig, dass er wichtige Stadtprojekte nicht aus dem Blick verliert und als Kapitän das Ruder weiter fest in der Hand hält.

Am kommenden Freitag findet in der Dumeklemmerhalle der Neujahrsempfang des Bürgermeisters statt. Man kann davon ausgehen, dass das Stadtoberhaupt auf wesentliche Punkte dieser Agenda eingehen wird.

Mut machen und Optimismus versprühen - Pesch hat im noch frischen neuen Jahr einen sehr positiven Start hingelegt. Dafür bekam er auf den Neujahrsempfängen zurecht kräftigen Applaus.

Quelle: RP
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