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Ratingen
Sie organisiert Kultur für Kinder

Ratingen: Sie organisiert Kultur für Kinder
Erika Wickel studierte Medienwissenschaften und Erziehung in Bochum und pirschte sich per Praktika ins Kulturmanagement. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Von der Idee bis zur Umsetzung - Kulturpädagogin Erika Wickel verbindet in der Verwaltung Theorie und Praxis. Von Gabriele Hannen

Sie heißt Erika Wickel und hängt so an ihrem Namen, dass auch eine Eheschließung nichts daran ändern konnte. Am Nachnamen, versteht sich. Diese Frau kümmert sich im Amt für Kultur und Touristik als Kulturpädagogin vornehmlich darum, dass Projekte wie der "Kulturrucksack" auch hier auf die Schiene kommen und gut weiter fahren, dass Kindern und Jugendlichen Bildende und Darstellende Kunst, Literatur und Musik nahe gebracht werden und ihnen letztlich Freude machen. Und damit auch, dass nicht ein Beutel mit Seife und Waschlappen vordringlich dem Begriff "Kultur-" zugeschrieben wird.

Wenn man als letztes von fünf Kindern geboren wird, hat man meistens Spaß zu Hause, immer einen gewissen Geräuschpegel und unvermeidliche Kommunikation. Was die schönen Künste betrifft, waren die Eltern Wickel schon daran interessiert, dass bei ihnen zu Hause auch musiziert wurde. Das war in Siegen und erträglich erfolgreich mit Flöte und Klavier.

Zum Studium verließ das so genannte Nesthäkchen im Alter von 20 Jahren die Heimatstadt und übersiedelte nach Bochum. Es kehrte auch nicht mehr für dauerhaften Aufenthalt zurück. An der dortigen Universität lockte das Magisterstudium mit den Wissenschaften für Theater, Film und Fernsehen (heute wäre das Medien), Erziehung. Erika Wickel zog es jedoch nicht in die angewandte Erziehung, die am lebendigen, fremden Kind, sie pirschte sich auch per Praktika ans Kulturmanagement, arbeitete im Museum, im Düsseldorfer Theatermuseum, im Kommödchen-Archiv, am Institut für Bildung und Kultur Remscheid und schaffte neben ihrer halben Stelle auch noch das Magister-Studium im Fach Kulturmanagement. Und wenn sie denn erzählt, was ihr am meisten Freunde macht, dann ist es die Organisation von Dingen, die ihr wichtig erscheinen - wie hier Kultur für Kinder - die sie von der ersten Idee bis zum glücklichen Ende einflussreich begleitet.

Ihr Kollege Andreas Mainka, im Kulturamt unter anderem für Pressearbeit zuständig, lobt dann auch ihre Stärken: "Sie ist einfallsreich in ihrer Arbeit und verfolgt unerschütterlich und auch trotz mancher Probleme - wenn die denn auftauchen sollten - ihre gesteckten Ziele."

Die Fahrten von Bochum und zurück kosten, wenn's gut läuft, täglich zwei Stunden, und werden gegenwärtig auch nicht einfacher. Immerhin ist ihr zweites Kind unterwegs. Wenn sie dann zu Hause ist, gehört gottlob viel Zeit dem Erstgeborenen.

"Da kommen mir dann die Segnungen des öffentlichen Dienstes wirklich entgegen". Diese Segnungen werden ab Mitte Februar natürlich einige Umstrukturierungen im Amt erforderlich machen, denn Erika Wickel wird sich erst einmal in der Elternzeit um die eigenen Kinder kümmern - immer aber mit einem Ohr am Puls der Ratinger Kulturgeschehnisse.

Die Kinder, die an den Aktionen teilnehmen, sollen glücklich sein. Also versucht Erika Wickel kalkuliert ihr Pensum abzuspulen, wo es nur um korrekte Arbeit geht, schafft mit Herzblut, wo es wichtig und richtig ist, und versucht, erst gar keine - wie man so sagt - gute Hausfrau zu sein, weil das mehr Zeit erfordert als ihr zur Verfügung steht. Dafür schätzt sie die Muße zu sozialen Kontakten, die Pflege von Freundschaften und Bekanntschaften und ihr Glück mit der Familie.

Quelle: RP
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