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Ratingen
Spielzeugbörse ist Treffpunkt für Sammler

Ratingen: Spielzeugbörse ist Treffpunkt für Sammler
Fachsimpeln und Staunen - dazu lädt die Spielzeugbörse in der Dumeklemmerhalle junge und erwachsene Experten ein. FOTO: D. Janicki
Ratingen. Zwischen Blechspielzeug aus den 20er und 30er Jahren: Mit Neuwaren und gut erhaltenen Schätzen war die Spielwarenmesse eine Fundgrube für Fans. Von Valeska von Dolega

Nicht nur Nostalgiker freuten sich über die Spielzeugmesse als Alternative zur wetterbedingten sonntäglichen Tristesse. Auch ein paar junge Fans traditioneller Ausrichtung waren über die Veranstaltung in der Dumeklemmerhalle begeistert. Die weite Welt von Schienen, Waggons, Zugschaffnern und blinkenden Signallampen gab es bei einer weiteren Ausgabe des "Modellzeugmarkts" zu bestaunen. "Eine Fundgrube von allerlei Dingen, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie lebensnotwendig braucht", sagten Marlis und Hilmar Gross. Zusammen waren die Eheleute eigens aus Düsseldorf angereist, um das Tagesangebot genau unter die Lupe zu nehmen.

Und dazu hatten sie viel Zeit, Platz und Muße - denn wirklich toll besucht war der Markt bei seiner diesmaligen Ausgabe nicht. "Das Hobby kränkelt", gab Jürgen Hörner, Organisator des Termins zu Protokoll. "Die Überalterung ist nicht zu übersehen." Bis mittags um 14 Uhr hatte es 130 Tickets verkauft. Einige Händler machten lange Gesichter.

Fachsimpeln und Staunen - dazu lädt die Spielzeugbörse in der Dumeklemmerhalle junge und erwachsene Experten ein. FOTO: D. Janicki

"Es hätte ein so schöner Tag werden können ...", witzelte Rafael Wiedlemann zur Begrüßung seines alten Freundes Manuel Kleber. Gemeinsam zogen die zwei dann von Stand zu Stand. "Meine Bahn ist auf dem Speicher aufgebaut", erklärte Wiedlemann, passionierter Sammler seit seinem 5. Lebensjahr. "Mein Vater hat mich mit dem Eisenbahn-Virus infiziert." Zum Leidwesen der Mutter, die bei den sonntäglichen Sessions dann nämlich nicht dabei sein durfte. Nun stöberten die Freunde in Kisten und blicken über wohlsortierte Auslagen, was ihre eigene Miniaturspielzeugwelt noch schöner machen könnte.

Auf den Schwellen zum Glück befand sich ebenso Claus Kern. "Seit geraumer Zeit bin ich dabei, meine komplette Anlage von analog auf digital umzubauen. Das dauert und kostet", grinste er. Auch für ihn sind Termine wie der Sonntagsmarkt in der Dumeklemmerhalle "ein Muss. Auch, um mit Händlern ins Gespräch zu kommen." Vielleicht sei nicht immer gleich das vor Ort zu haben, wonach man gerade sucht. "Aber dann kennt der eine wieder einen anderen" und letztlich käme man dann an das gewünschte Teil "Das ist hier was anderes als in der virtuellen Online-Welt.!" Entsprechend intensiv wurde vielerlei Fachgespräche geführt. Über Aufstieg und Fall bestimmter Produzenten ("guck' dir doch mal an, wo die heute stehen: Am Abgrund!") und filigrane Extras, die wirklich nur für Kenner und Freaks wichtig sind, wurde debattiert.

Für viele war der Minimesse-Besuch aber nicht nur "tolle Fundgrube alter Schätzchen", wie sich Brigitte Salzmann über ein 50er-Jahre-Exemplar eines Experimentierkastens begeisterte. "Selbst, wenn mein Enkel sich darüber nicht freut, habe ich doch ein hübsches altes Teil gerettet." Auch beim Anblick verschiedener Blechspielzeuge war die Frau "begeistert, mit welch' einfachen Sachen die Kinder früher zufrieden waren". Blinkende LED-Lämpchen, stehende, sitzende und knieende Figuren, die die Eisenbahnlandschaft beleben und verschiedene Immobilien gehörten ebenso zum Angebot. Wobei die fertig geklebten Häuser, Torbögen und Burgen beliebter und begehrter waren, als die selbst zu bastelnden Exemplare. "Früher habe ich ja jeden Baum und jeden Strauch noch einzeln geklebt. Und die Häuser natürlich auch selbst gebastelt. Aber jetzt bin ich in einem Alter, in dem ich es mir leichter mache", sagte ein 82-jähriger Sammler.

Quelle: RP
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