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Lokalsport
04/19 lechzt nach mehr Anerkennung

Ratingen. Der Fußball-Oberligist ist Vierter und die zweitbeste Rückrundenmannschaft Von André Schahidi

Karl Weiß war ein kleines bisschen genervt. Jens Stieghorst auch. Der Präsident des Fußball-Oberligisten 04/19 war frisch einem längeren Urlaub zurück. "Irgendwie habe ich da aber fast nur Negativ-Nachrichten über uns gehört und gelesen", meinte er. Auch Trainer Weiß sagte, das in leicht granteligem Ton: "Wir sollten unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Wir sind jetzt Vierter und die zweitbeste Rückrundenmannschaft."

Tatsächlich ist der RSV mit 21 Zählern hinter Uerdingen (25) das zweitbeste Team der Rückrunde. Sieben Siege verbuchte die Weiß-Elf, dem standen vier Niederlagen gegenüber. Noch beeindruckender ist aber tatsächlich der Sprung auf den vierten Rang der Tabelle. Vor allem dann, wenn man den Katastrophenstart mit nur vier Punkten in den ersten sieben Spielen mit einrechnet. Hätte das Team während der ganzen Saison den Punkteschnitt erreicht, den es nun unter Trainer Weiß einfährt (1,85), der RSV würde mit knapp 52 Punkten am dritten Rang schnuppern.

Und doch herrscht bei 04/19 tatsächlich keine richtige Euphorie. Auch gegen die Sportfreunde Baumberg verloren sich nur rund 150 Zuschauer ins Stadion - und davon waren einige Anhänger der Gastmannschaft. An den Darbietungen in den Heimspielen kann es nur bedingt liegen - dort ist Ratingen Dritter, holte acht Siege und erzielte 29:19 Tore.

Tatsächlich spielt Ratingen 04/19 eine sehr gute Saison - doch auch eine ziemlich geräuschlose. Das Spiel gegen Baumberg am Sonntag, das 2:1 gewonnen wurde, passt sinnbildlich in die Spielzeit: 04/19 ist die bessere Mannschaft, gewinnt das Spiel - und das in aller Seelenruhe, ohne großes Spektakel. Vielleicht geht deshalb die außergewöhnliche Leistung der Mannschaft der vergangenen Monate in der Wahrnehmung der Außenwelt ein wenig unter. Fast immer wurde - auch aufgrund des Saisonstarts - in der Tabelle eher nach unten als nach oben geschaut. Das taten indes auch die Verantwortlichen bis vor ganz kurzer Zeit noch - zum Beispiel vor dem Spiel gegen Hönnepel-Niedermörmter (3:0) vor zwei Wochen.

Sechs Spieltage vor dem Ende der Saison kann man jedoch mit Fug und Recht feststellen: Alles, was jetzt noch kommt, ist die Kür.

Quelle: RP
 
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