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Die Drei vom 04/19-Vorstand

Lokalsport: Die Drei vom 04/19-Vorstand
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Jens Stieghorst will den Fußball-Klub mit einem neuen Vorstands-Trio nach vorne bringen. Von André Schahidi

André Schulz findet recht deutliche Worte, wenn er seine Aufgabe beschreibt. "Ich bin an der Basis. Und die beiden Warmgefönten kümmern sich um das große Ganze", sagt der 51-Jährige. Die Angesprochenen lachen lauthals los. "Warmgefönt", das sind Jens Stieghorst, langjähriger Vorsitzender von Ratingen 04/19. Und Michael Schneider, der wie Schulz künftig als Vizepräsident maßgeblich mitverantwortlich für die Geschicke des Fußballklubs ist.

Der Umgangston ist also schon mal sehr herzlich - logisch, wenn man sich bereits viele Jahre kennt. Doch das Trio hat ernsthafte und ambitionierte Pläne mit dem RSV - und dazu zählt nicht nur die erste Mannschaft. Die soll in spätestens zwei Jahren wieder zu den Spitzenteams in der Oberliga gehören. Die Zweite Mannschaft soll, um endlich als Talentschuppen für "oben" zu dienen, in die Bezirksliga aufsteigen. Und im Nachwuchs sollen A-, B- und C-Jugend künftig in der Niederrheinliga spielen. "Normalerweise braucht man zehn Jahre für eine solche Entwicklung im Nachwuchs", sagt Schulz. "Wir wollen es in kürzerer Zeit schaffen."

Seit dem Umzug in den Sportpark ist der Verein vor allem in der Breite immens gewachsen. Schulz zählt fünf Senioren- und 26 Nachwuchsteams auf. "Damit kommen wir hier am Götschenbeck langsam an unsere Grenzen", sagt der Vizepräsident. Doch dem neuen Vorstand ist der Breitensport wichtig. "Wir gehören als Sportverein in die Mitte der Gesellschaft", sagt Stieghorst. "Und dazu gehört mehr als eine Erste Mannschaft und ein paar Top-Nachwuchs-Teams."

Vor der vergangenen Jahreshauptversammlung war der RSV ein wenig wie "Stieghorst 04/19" - auch wenn sich der Vorsitzende gar nicht in den Vordergrund drängt. Als umtriebiger Macher stand er dennoch ständig im Mittelpunkt. "Ich möchte künftig nicht mehr, dass sich alles um mich dreht", betont der 47-Jährige. "Ich setze auf flache Hierarchien und vor allem viel Kompetenz."

Die hat sich Stieghorst definitiv ins Haus geholt. Schulz war schon da, sieht seine harte Arbeit nun auch mit einem adäquaten Vorstandsposten belohnt. Und Michael Schneider könnte sich zum Glücksgriff für 04/19 entwickeln. Der Sohn des ehemaligen Vorsitzenden Heinz Schneider bringt eigentlich alles mit, was es im Fußballgeschäft braucht: Als Diplom-Sportwissenschaftler, Rechtsanwalt und A-Trainerlizenz-Inhaber verfügt der 33-Jährige über hervorragende Qualifikationen. Er soll sich gemeinsam mit Stieghorst um Buchhaltung, Sponsoring und Marketing kümmern. "Hier sehe ich noch Potenzial", sagt Schneider. "Wir können den Verein noch ein bisschen professionalisieren, haben Möglichkeiten, auch das Marketing zu optimieren."

Finanziell geht es dem Klub nicht schlecht. "Wir haben noch eine Restschuld, aber die ist beherrschbar", sagt Stieghorst. "Unsere finanzielle Situation ist befriedigend." Das Gesamtbudget des Klubs, der sich insgesamt 52 Trainer leistet, beträgt rund 250.000 Euro.

Das Geld ist allein für den Sport da. Vor allem im Nachwuchsbereich ist 04/19 auf einem guten Weg. Die C-Jugend hat alle Chancen, sich den Klassenverbleib in der Niederrheinliga direkt zu sichern. Die A-Jugend von Jugendleiter Martin Hasenflug indes steht kurz vor der Qualifikation zur zweithöchsten Spielklasse. "Der Kader besteht zum Großteil aus jüngeren Jahrgängen, die auch die Quali spielen dürfen", sagt Schulz. "Das ist unser Faustpfand."

Schneider sieht indes noch weiteres Potenzial. Der Klub, so sagt er, habe über 750 Mitglieder. Zu Heimspielen der Ersten Mannschaft kommen aber immer nur rund 300. Mehr Zusammenhalt im Klub wünscht sich der Anwalt. Doch das, so hofft das Führungstrio, wird auch die Zeit bringen - und der Sportpark. "Der Götschenbeck ist nun wirklich unsere Heimat, wir sind nicht mehr verteilt über die ganze Stadt", sagt Schneider. "Hier sind alle Teams, hier ist unsere hervorragende Gastronomie - hier ist unser Zuhause."

Quelle: RP
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