| 00.00 Uhr

Lokalsport
Handballer können mit Pleiten gut leben

Lokalsport: Handballer können mit Pleiten gut leben
Moritz Metelmann (r.) erzielte für den TV Ratingen zehn Treffer gegen den Regionalligisten Langenfeld. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der TV Ratingen hat gegen Langenfeld nichts zu bestellen, Lintorf macht es gegen Liga-Konkurrent Überruhr sehr spannend. Von Werner Möller

Der Zwei-Klassen-Unterschied war von Anpfiff weg zu erkennen im Handball-Pokalspiel der ersten HVN-Runde zwischen dem Verbandsligist TV Ratingen und der SG Langenfeld aus der Regionalliga. Immer, wenn die Ratinger im Durchgang eins halbwegs herankamen, erhöhten die Gäste umgehend das Tempo und am Ende verloren die Grün-Weißen am Europaring mit 28:37 (15:20). Nach der Pause war nichts mehr drin für die Hausherren. Aber es schmerzt nicht, nun gilt alle Konzentration dem Verbandsliga-Meistertitel und das wird schwer genug. Nächsten Samstag geht es los mit dem Heimspiel gegen TB Solingen (18 Uhr, Europaring).

8:10 hieß es nach einer Viertelstunde, später 12:13 durch den mit Abstand besten Ratinger, Moritz Metelmann. Auch das 15:17 durch Jörg Schomburg kurz vor dem Wechsel konnte sich sehen lassen. Als es beim Wechsel aber 15:20 stand, war endgültig erkennbar, dass es keine Pokal-Überraschung gibt. Solch starke Langenfelder Handballer wie Torwart Alex Riebau, Felix Korbmacher (acht Tore), Max Adams (6) und Henrik Heider (6) trumpften immer dann auf, wenn beim Turnverein Hoffnung aufkeimte, dass man noch herankommen kann. Dort stand neben Tim Pawlik der Oldie Andreas Hoppe im Tor. Er wollte sich eigentlich dieses Spiel nur anschauen, aber als Trainer Ralf Trimborn von diesem Plan erfuhr, da bat er den Keeper, seine Sportsachen mitzubringen. Hoppe versicherte schließlich, dass dies eine Ausnahme ist: "Es gibt kein Comeback", so der 49-Jährige aus dem Raum Hagen.

Ralf Trimborn sah es schließlich locker: "Das Ergebnis fiel zu hoch aus. Immerhin wurde die erste Hälfte offen gestaltet, dann reichte die Kraft nicht mehr." Und sein Assistent Jonas Gorris: "Wir haben ein Super-Pokalspiel gemacht. Jetzt wissen wir, wie es zwei Klassen höher zur Sache geht."

TV Ratingen: Pawlik, Hoppe - Metelmann 10, Max Beckmann 6, Scheidgen 1, Antoniades 3, Schomburg 3/2, Florian Heimes 2, Abs, Czarnecki , Oberwinster 1, Benny Heimes 2, Krämer. Zuschauer 84

Trotz des Pokal-Ausscheidens in der ersten HVN-Runde strahlte Lintorfs Andreas Boes. "Alle Handball-Fans, die sich diesen Pokal-Knaller wegen des Deutschen Länderspiels gegen Norwegen entgehen ließen, die haben was verpasst", sagte der 52 Jahre alte Manager des Oberligisten TuS Lintorf. "Das war Dramatik pur, was hier abging." Mit seinem Handy hatte er das gleichzeitig laufende und recht einseitige Länderspiel ständig verfolgt. Seine Lintorfer sind durch die 26:27-Niederlage gegen die SG Überruhr zwar ausgeschieden, aber übel nahm dies niemand. Denn mit Christoph Lesch, Lukas Feld (verhindert) und Marvin Wettemann (verletzt) fehlten drei wichtige Stammspieler und dazu meinte Handball-Chef Kalle Töpfer schon vor dem Anpfiff: "Die können wir nicht ersetzen. Überruhr gewinnt." Er sollte recht behalten.

Seine Lintorfer lagen immer zurück, auch, weil der junge Keeper Laurits Gerdes bis zum Wechsel kaum einen Ball hielt. Und bei 12:16 beim Wechsel schien alles entschieden. Aber dann kamen die kampfstarken Lintorfer immer näher heran und als Mathis Friedrich 30 Sekunden vor dem Abpfiff das 26:27-Anschlusstor warf, da tobte die Halle. Schlussmann Tobias Töpfer, nach der Pause eingewechselt, hielt den folgenden Überruhrer Wurf, acht Sekunden blieben noch für einen Ausgleich, aber sie reichten nicht. Die Gäste brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.

Dennoch brachte dieses erste Pflichtspiel des TuS 08 nach der Sommerpause durchaus einige Erkenntnisse. Denn die Routiniers Daniel Ziebold, Stefan Sossalla und auch Tim Bauerfeld sagten dem Handball "Ade" und das muss erst einmal verkraftet werden. Aber der TuS 08 hat reagiert und einige hoffnungsvolle Talente verpflichtet. Zwei ragten in diesem Pokalspiel heraus: Florian Ludorf auf der linken Seite und auf den Halbpositionen Jan Lenzen. Die beiden Ex-Düsseldorfer, beim ART vorzüglich ausgebildet, sind mit ihren knapp 20 Jahren schon überaus weit. Ludorf ist sehr ballsicher und pfeilschnell. Und Lenzen kann hart werfen aus der zweiten Reihe. Viel Verantwortung lastet nun auf den Schultern von Marius Haverkamp in der Mitte, hinten wie vorne, und Mathis Friedrich machte mit dieser guten Pokal-Vorstellung einen gewaltigen Schritt Richtung Stammplatz. Trainer Christian Beckers: "Die erste Hälfte haben wir verschlafen, dann aber gezeigt, dass wir mit dieser ganz jungen Truppe in der Oberliga mithalten können."

TuS 08: Gerdes, ab 31. Töpfer - Friedrich 3, Pfeiffer, Ludorf 4/1, Obermayer, Renner, Löwenstein 4, Kropp 1, Haverkamp 7/1, Lenzen 7.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Handballer können mit Pleiten gut leben


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.