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Tennis Endspiele Um Die Deutsche Meisterschaft
RTC verliert beide Finalspiele deutlich

Ratingen. Aus dem erhofften Doppeltitel wurden zwei klare Niederlagen für die Herren 30 und 40 des Tennis-Klubs. Von André Schahidi

Ratingen Daniel Meier befand sich noch im Auto auf dem Rückweg aus Offenburg. Die Laune war durchwachsen, das Handy klingelte unentwegt. Doch mit jedem Anruf, mit jeder Nachricht besserte sich die Laune vom Manager des Ratinger TC: Es waren Vereinsmitglieder und Spieler der Herren 30, die gerade auf der eigenen Anlage deutlich ihr Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen Espelkamp verloren hatten. Sie warteten. Auf Meier, auf die Spieler der Herren 40, die im Endspiel gegen Bohlsbach ebenfalls deutlich unterlagen. "Das zeigt, dass wir ein intakter Klub sind, trotz der Niederlagen", betont Meier.

Der RTC-Manager ist nach den beiden deutlichen Pleiten zwiegespalten. "Natürlich wollten wir zweimal Deutscher Meister werden", sagt er. "Aber wir sind jetzt mit zwei Mannschaften Vizemeister geworden. Das hat kein anderer Klub geschafft. Vor allem haben wir das mit eigenen Spielern gemacht. Bei Bohlsbach spielte nicht einer, der ansatzweise etwas mit dem Klub zu tun hat. Da feiert doch jetzt sicher kein Mensch mehr. Und unsere Leute warten stundenlang auf uns, damit wir noch alle zusammen einen trinken können. Das ist etwas, worauf ich auch stolz sein kann. Unser Herren 30-Team hat 39 Spiele in Folge gewonnen, Jungs wie Boy Wijnmalen, Ivan Bjelica und unsere Ratinger Jungs sind schon seit vielen Jahren dabei. Das ist ein großer Erfolg."

Dennoch waren die Spielverläufe der Finals eindeutig und schmerzhaft. Aber der Reihe nach: Beide Teams qualifizierten sich überzeugend für die Endspiele. Bei den Herren 30 des RTC gab es am Abend vor dem Endspiel gegen den TV Espelkamp eine lange Diskussion über die Aufstellung. Die Nummer eins des RTC, Roko Karanusic, war zwar angereist, wurde aber nach einer Mehrheitsentscheidung des Teams nicht eingesetzt. "Roko hatte in dieser Saison bislang nicht gezeigt, was wir von ihm erwartet hatten", sagte Teamführer Manuel Heise. "Deshalb haben wir es mit Ivan Bjelica auf der Position eins versucht." Die Taktik ging leider in die Hose - denn nur Robert Messling gewann sein Einzel gegen Andreas Thivessen - und da stand es schon 0:4. Jeroen Masson (3:6, 4:6 gegen Gregoire Burqier), Boy Wijnmalen (2:6, 4:6 gegen Eric Prodon), Marc Leimbach (4:6, 2:6 gegen Enrico Burzi) und Holger Zühlsdorff (3:6, 3:6 gegen Franz Stauder) waren chancenlos.

So lag es an Messling und Bjelica, die Chance auf den Titelgewinn zu wahren. Messling gewann in zwei Sätzen . Doch das einzig wirklich finaltaugliche Spiel fand auf Platz eins statt: Ivan Bjelica duellierte sich fast drei Stunden mit Josselin Ouanna. Es war ein Duell auf Augenhöhe, mit hochklassigen Ballwechseln und tollen Schlägen. Und ein Spiel auf Messers Schneide: Bei einem Erfolg von Bjelica wäre der RTC mit 2:4 und einer Minimalchance in die Doppel gegangen. Bei einem Sieg wäre der Titel für Espelkamp Fakt. Bjelica stand also unter Druck - und lieferte zunächst. Den ersten Satz gewann er im Tie-Break, im zweiten Durchgang hatte er Matchbälle bei 6:5 und vergab sie. Im Tie-Break führte er schon mit drei Zählern und verlor noch. Und auch im abschließenden Match-Tiebreak lag Bjelica schon deutlich vorne, konnte die Führung aber nicht ins Ziel bringen. "Ich habe gegen einen tollen Gegner alles gegeben. Es stand viel auf dem Spiel. Es tut mir leid, dass ich es nicht geschafft habe. Ich bin trotzdem stolz, für dieses Team zu spielen."

Bei den Herren 40 fühlte sich Daniel Meier ein wenig unter Wert verkauft. "Wir haben zwei Spiele knapp im Match-Tiebreak verloren", meinte der Manager. Wenn wir nur eines davon gewonnen hätten, wären wir wenigstens noch mit einer Minimalchance in die Doppel gegangen. So natürlich sah es mit 1:5 nach den Einzeln extrem deutlich aus." Einzig Nicolas Kiefer gewann sein Duell gegen Alexander Waske mit 6:3 und 7:5. Arnaud Magnin und Stefan Koubek an zwei und drei unterlagen knapp im Match-Tiebreak, Daniel Dolbea, Martijn Bok und Matthias Müller-Seele waren chancenlos.

"Natürlich ist es bitter, statt mit zwei Titeln mit komplett leeren Händen nach Hause zu fahren", sagte Daniel Meier in der Rückschau. "Aber wenn ich sehe, was wir hier aufgebaut haben, mit Spielern, die sich mit dem Verein identifizieren - da bin ich enttäuscht, aber kann trotzdem zufrieden sein. Deshalb sollten wir vielleicht zwei Vizemeistertitel feiern, statt uns sehr zu ärgern.

Und ein Versprechen gibt Meier auch noch: "Wenn man nach 39 Siegen in Folge bei den Herren 30 zum ersten Mal verliert - und das im Finale - tut das weh. Aber das wird für uns sicherlich ein großer Ansporn sein, uns in der nächsten Saison zurück zu melden."

Quelle: RP
 
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