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Lokalsport
SG erst nach großem Kampf geschlagen

Ratingen. Der Handball-Drittligist lieferte Leichlingen bei der 32:34-Pleite ein tolles Duell. Mike Schulz scheiterte kurz vor Schluss beim Siebenmeter. Von Michael Deutzmann

Der Favorit wankte, aber er fiel nicht. Und der Handball-Drittligisten SG Ratingen verpasste an einem packenden Abend nur hauchdünn die Überraschung - nachdem er alles dafür gegeben hatte. Deshalb herrschte nach der 32:34 (14:15)-Niederlage gegen den zu den Titelkandidaten zählenden Leichlinger TV (LTV) nicht die pure Depression. "Natürlich hätten wir gerne etwas mitgenommen, doch ich kann der Truppe keinen Vorwurf machen", sagte SG-Spielertrainer Simon Breuer, "am Ende sind es Kleinigkeiten, die entscheiden." LTV-Coach Frank Lorenzet, der über einen beträchtlichen Teil der 60 Minuten wie ein Rumpelstilzchen getobt hatte, weil er weder mit seinem Team noch mit Entscheidungen der Schiedsrichter gut leben konnte, fügte eine treffende Bemerkung hinzu: "Dieses Spiel hätte anders ausgehen können. Wir hatten am Ende Glück."

Dass die SG als Achter (6:10 Zähler) im Krimi überhaupt für einen oder sogar zwei Zähler in Frage kam, war eine Überraschung - und der Lohn für höchsten Einsatz. Nach dem 31:31 (57.) durch den von Mike Schulz verwandelten Siebenmeter gab es auf der anderen Seite einen Siebenmeter für die Gäste, den Kevin Brueren sicher verwandelte - 31:32 (58.). Außerdem kassierte SG-Abwehrstütze Sebastian Bartmann fürs Foul vor dem Strafwurf eine Zeitstrafe, sodass Ratingen für zwei Minuten in Unterzahl spielen musste. Hier hätten nicht mehr viele eine Wette auf die Hausherren angenommen. Doch die Gastgeber antworteten spektakulär, denn Florian Schlierkamp vollendete einen nicht zu verteidigenden Kempa-Trick - bei dem er den Ball nach dem Zuspiel von Mike Schulz im Sprung fing und zum 32:32 verwertete (59.).

Ausgerechnet Schulz stand kurz darauf wieder im Mittelpunkt. Der LTV hatte das 33:32 (60.) vorgelegt, bevor eine Zeitstrafe für Carsten Lange folgte. Plötzlich hatte Ratingen einen Spieler mehr auf dem Parkett. Ebenfalls passend: Genau 33 Sekunden vor dem Abpfiff gab es nach einem Foul am inzwischen wieder mitwirkenden SG-Kreisläufer Bartmann einen Siebenmeter. Mike Schulz nahm sich entschlossen das Spielgerät, trat an die Linie und warf - genau auf den Fuß des Gäste-Keepers Ante Vukas. Für die restlichen 20 Sekunden gab es bei einer offenen Manndeckung als letzten Rettungsversuch eine offene Manndeckung, in der Leichlingens Brueren zum 34:32 entwischte.

Schulz hatte seinen Fehlversuch relativ rasch überwunden, zumal ihm niemand einen Vorwurf machte. "Ich war mir sicher, dass er die Beine öffnet", berichtete der schnelle Linksaußen, "und ich bin da nicht mit Angst vor dem Druck, sondern selbstbewusst hingegangen. Das war eine Frage von Zentimetern." Ratingens Spielertrainer wusste besonders gut, dass Schulz hundertprozentig richtig lag. Schließlich hatte Breuer in der ersten Hälfte einen Siebenmeter ähnlich probiert und ebenfalls auf die Füße des Keepers geworfen. Da hieß es allerdings gerade mal 8:7 (15.) für die SG, die sich insgesamt teuer verkaufte.

Mannschaftsführer Ben Schütte saß durchgehend draußen. "Ich bin fit", sagte der 33 Jahre alte Stamm-Linksaußen, für den Florian Schlierkamp (vier Tore) zum Einsatz kam. "Florian sollte auch mal eine Chance erhalten", sagte Spielertrainer Breuer, "und er hat ja ein gutes Spiel gemacht." Schlierkamp erzielte vier Treffer - die auch Schütte mitfeierte.

Quelle: RP
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