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Lokalsport
SG sagt "Tschüss" mit 17. Pleite in Folge

Ratingen. Der Drittliga-Absteiger verliert sein letztes Heimspiel standesgemäß gegen Baunatal. Viele Spieler werden gehen. Von André Schahidi

Die Halle war schon fast leer, auf der Tribüne saßen noch ein paar versprengte Zuschauer. So bot sich ein ziemlich trostloser Rahmen für eine eigentlich wichtige Sache - die Verabschiedung der Spieler. Kapitän Ben Schütte sagte seine Dankesworte in ein Mikrofon, doch selbst als das versagte, reichte es. Es waren eh kaum noch welche da, die ihm zuhörten. Und so wurden neun Akteure des Löwenrudels nach der 23:30-Pleite gegen Baunatal mit einem Fass Bier und einem hübschen Bild im Rahmen verabschiedet - und außer der eigenen Mannschaft bekam es fast keiner mehr mit.

Vielleicht hätte man eine solche Verabschiedung der vielen Akteure, die maßgeblich das Bild des Löwenrudels in den letzten Jahren geprägt hatten, vor dem Spiel durchführen sollen, als die Halle noch voll war. Vielleicht passt ein solcher Abschied auch einfach in die Pech-und-Pannen-Saison, die kommende Woche mit dem Spiel in Korschenbroich endlich zu Ende geht. Dann werden Spieler wie Damian Janus, Arthur Giela, Dominic Kasal, Nikolai Lenz oder Sebastian Bartmann auch offiziell keine Löwen mehr sein - auch wenn sie alle in den vergangenen Wochen und Monaten ohnehin kaum oder gar nicht auf der Platte zu sehen waren. Eine überraschende Verabschiedung gab es indes auch: Florian Schlierkamp, der am Spieltag seinen Geburtstag feierte, hört ebenfalls auf - sein Rücken spielt nicht mehr mit.

Die Partie gegen die keinesfalls übermotivierten Baunataler zeigte derweil in allen Facetten wieder hervorragend, warum die SG Ratingen in dieser Drittliga-Spielzeit chancenlos war. Die Deckung war zahnlos - und im Angriff verwarfen die Akteure einfach viel zu viele Bälle. Die ersten drei Siebenmeter gingen daneben - immerhin erzielte Schlierkamp nach einem verworfenen Strafwurf im Nachfassen das erste Tor für die SG. Nach fünf Minuten.

Im Tor der Löwen stand Tim Ott, in der zweiten Hälfte kam David Ferne. Sie hielten ordentlich. Was jedoch in der Dritten Liga ein wirklich guter Torhüter ausmacht, zeigte auf der anderen Seite Constantin Paar - allein seine hervorragende Leistung an diesem Abend rechtfertigte die sieben Tore Unterschied zwischen beiden Teams. Hier hat die SG bereits reagiert und für die kommende Saison einen weiteren Schlussmann verpflichtet.

Doch ohne einen neuen Abwehrchef, ohne einen starken Rückraum-Werfer wird es auch in der Nordrheinliga schwer für die Löwen. Hier ist Geschäftsführer Bastian Schlierkamp dran, auch wenn der Markt schwierig ist.

Zurück zum Spiel. Nach dem 14:22 aus Sicht der Gastgeber startete die SG noch einmal eine kleine Aufholjagd, kam immerhin mal wieder auf fünf Treffer ran. Mehr war jedoch nicht drin, was vor allem Simon Breuer ärgerte. "So motiviert hat Baunatal wirklich nicht gespielt", meinte der Spielertrainer, der aktuell jedoch nur auf der Bank sitzt. "Aber wenn man vorne zu wenig trifft und hinten zu wenig verhindert, wird es schwer, am Ball zu bleiben."

Quelle: RP
 
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