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Ratingen
Stadt streicht Stelle im Bürgerbüro

Ratingen: Stadt streicht Stelle im Bürgerbüro
Im Bürgerbüro soll eine Stelle gestrichen werden. Der Personalrat sagt, dass dies nur durch den Wegfall der Samstagszeiten möglich sei. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Der Rat segnet das Personalkonzept ab: Dies hat auch Auswirkungen auf die Bürger und die Dienstleistungen. Von Wolfgang Schneider

Dass die Stimmung unter den Mitarbeitern der Stadtverwaltung in Zeichen knapper Kassen und immer größerer Belastung nicht die beste ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Spätestens nach der letzten Ratssitzung dürfte sich das allerdings sogar noch verschlimmern. Denn die Kommunalpolitiker segneten fast komplett die Planungen von Personaldezernent Frank Mendack ab, bis 2020 55 Stellen zu streichen. Ein Spardiktat sei das aber keineswegs gewesen, hatte Mendack immer wieder erklärt: "Die Amtsleiter hatten selbst die Gelegenheit, ihre Ämter genau unter die Lupe zu nehmen." So werde ein wichtiger Bestandteil zur Haushaltskonsolidierung geleistet.

In der Ratssitzung wurden jetzt erstmals die genauen Planungen öffentlich - und die lassen erahnen, dass auf die Rathausmitarbeiter harte Zeiten zukommen werden, auch die Bürger werden von Einschränkungen betroffen sein. So soll zum Beispiel im Bürgerbüro eine komplette Stelle wegfallen. Erreicht wird das durch die Verminderung der Öffnungszeiten und die Vergabe von Terminen. Für die Personalratsvorsitzende Gesche Hansmeier ein Unding: "Eine ledigliche Anpassung der Öffnungszeiten montags bis freitags ist nicht ausreichend, eine Stelleneinsparung ist laut dem Fachamt nur möglich, wenn die Samstagsöffnung wegfällt. Der Personalrat ist gegen die Reduzierung beim Bürgerservice und damit auch gegen die Stelleneinsparung." Auch die Büchereien in den Stadtteilen werden betroffen sein. Und auch das wird Auswirkungen auf die Öffnungszeiten haben. Waren diese bisher mehrfach im Monat auch an Vormittagen geöffnet, soll dieser Service mit Ausnahme von Ratingen West nur noch am ersten Werktag eines Monats angeboten werden. Doch es sind nicht bloß Stellen, von denen der Bürger direkt etwas mitbekommt, die wegfallen - gerade die Verwaltungsabteilungen der einzelnen Ämter werden betroffen sein. Entlassen wird allerdings niemand, alles wird durch Umsetzungen und Nichtwiederbesetzen von Stellen geregelt: "Das ist für uns ein wichtiger Beitrag, um nicht in die Haushaltssicherung zu geraten. Denn die würde bedeuten, dass wir keine Auszubildenden übernehmen dürfen und Zeitverträge nicht verlängern können", versuchte Mendack immer wieder für sein Konzept zu werben. Beim Personalrat gelang ihm dies im Gegensatz zur Politik nicht: 94 Prozent der vorgeschlagenen Kürzungen lehnten die Gewerkschafter ab, vier Prozent fanden Zustimmung. Das Tischtuch zwischen Personalrat und Mendack scheint zerschnitten zu sein: "Das zeigt, dass der Personalrat die Notwendigkeit des Personalabbaus unter Ausnutzung der Pensionierungen und Renteneintritte nicht anerkennt. Diese Möglichkeit nicht zu nutzen, wäre fahrlässig."

Ein Argument, das Hansmeier nicht gelten lässt: "Was hier gefordert wird, ist die Einsparung von Personal unabhängig davon, ob diese Aufgaben wegfallen können, ob sie von anderen Beschäftigten übernommen werden können und ob durch die Einsparung dieser Stellen auf anderen Ebenen vielleicht weitaus höhere Kosten auf die Stadt zukommen können."

Quelle: RP
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