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An(ge)dacht
Umkehr ist der erste Schritt

Ratingen. Wenn ich doch noch mal neu anfangen könnte! Ein Wunsch, den einige von Ihnen vielleicht kennen. Man sagt: Bis zu 100.000 Entscheidungen treffen wir Menschen pro Tag. Manche bewusst, die meisten unbewusst. Wen wundert es da, dass auch falsche Entscheidungen darunter sind. Und manche erweisen sich als so falsch, dass wir uns wünschen, wir könnten sie rückgängig machen. Mein Computer bietet mir da eine traumhafte Möglichkeit: die Rückgängig-Taste. Wenn ich mich verschreibe oder meinen Text aus Versehen lösche, reicht ein kurzer Klick auf den Pfeil - und der Fehler ist weg. Doch so eine Taste gibt es für das Leben nicht. Tagtäglich schreiben wir an unserem Lebensbuch und die Rückgängig-Taste suchen wir vergebens.

Das erinnert an eine uralte Geschichte, die Jesus vor 2000 Jahren den Menschen erzählt, die Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15). Sie begleitet viele evangelische Christinnen und Christen in diesen Tagen durch die Allianzgebetswoche. Da erzählt Jesus von einem Sohn, der sein Erbteil vorzeitig von seinem Vater einfordert. Und fröhlich zieht er damit in die große weite Welt. Doch diese Entscheidung entpuppt sich als Fehlentscheidung. Der Verlust der Familie, falsche Freunde und hastig gesuchtes Lebensglück führen den Mann ins Unglück. Mittellos und einsam endet er in einer Sackgasse.

Wenn er seine Fehlentscheidung doch rückgängig machen könnte! Nein, rückgängig machen kann er sie nicht; aber zurückgehen zu seinem Vater, das kann er. Und das tut er. Und zu Hause angekommen, erlebt er bedingungslose Liebe. Der Vater, den er um einen Großteil seines Vermögens gebracht hat, schließt ihn in die Arme und nimmt ihn wieder auf - ohne wenn und aber.

Auch in dieser Geschichte gibt es keine Rückgängig-Taste, und doch gibt es für diesen Mann die Möglichkeit zurückzugehen. Das, was passiert ist, kann er damit nicht ungeschehen machen. Aber er erlebt, dass sein Vater ihn samt seinen Fehlentscheidungen in die Arme nimmt - und damit ist alles bereit für einen Neuanfang.

Jesus erzählt diese Geschichte, um zu zeigen, wie Gott ist. Auch bei Gott gibt es keine Rückgängig-Taste. Was passiert ist, ist passiert. Aber der christliche Glaube lädt uns Menschen ein, in Gottes offene Arme zurück zu kehren; mit unseren Fehlentscheidungen im Gepäck. Und damit ist alles bereit für einen Neuanfang. Oder, wie ich auf einer Karte lese: Umkehr ist der erste Schritt nach vorn.

PASTOR MAXIMILIAN ZIMMERMANN EVANG.-FREIKIRCHLICHE GEMEINDE

Quelle: RP
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