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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Zukunft eines Stadtteils steht auf dem Spiel

Ratingen. Stadt und Politik tun sich schwer mit einem Investor, der einen Supermarkt am Bahnhof Hösel bauen will. Dabei ist die Zukunft des einzigen Frischemarktes unsicher.

Wer jüngst bei der Bürgerversammlung in Hösel dabei war, als es um die Neubebauung des ehemaligen Goldkuhle-Geländes ging, nahm wichtige Nachrichten mit nach Hause: Die Resonanz (etwa 300 Bürger) zeigt, dass es den Höselern nicht egal ist, was dort im Norden des Stadtteils passiert. Und die überwiegende Mehrheit der Anwesenden, so der Eindruck, wünscht sich durchaus einen Supermarkt dort. Pendler dürften auch erfreut sein und nicht mehr in Essen oder Düsseldorf nach der Arbeit einkaufen gehen. In Hösel gibt es nur noch den Kaiser's und den Aldi im und am Hösel-Center. Parken ist dort eine Geduldssache, in die Tiefgarage des Aldi traut sich nicht jeder. Also fahren viele potenzielle Kunden schon seit längerer Zeit einfach weiter ins nahe Heiligenhaus. Das erste von möglicherweise bald drei Einkaufszentren bietet fast eine Rundumversorgung. Parkplätze satt: ideal für den Wocheneinkauf. Sollten die Investorenpläne in Heiligenhaus realisiert werden, bekommt Ratingen in direkter Nachbarschaft eine richtige kleine Einkaufsstadt vor die Nase gesetzt.

Von solchen Einsichten ist man bei der Stadt und in Teilen der Politik noch weit entfernt. Stattdessen wird bei der Frage, Supermarkt am Bahnhof Hösel - ja oder nein, ängstlich aufs Hösel-Center geschaut: Dem will man doch keine Konkurrenz in den Stadtteil setzen. Ob Kaiser's dort eine Chance hat, muss angesichts der aktuellen Entwicklung im Konzern bezweifelt werden. Gerade solche Filialen, für heutige Verhältnisse zu klein und ohne Stellplätze, dürften ganz oben auf der Streichliste des Konzerns stehen. Solange die strukturellen Probleme im Center nicht angepackt werden, ist falsche Rücksichtnahme, vielleicht auch auf einen Parteifreund, fehl am Platz. Ein Supermarkt im Norden von Hösel würde das bestehende und geplante Wohngebiet enorm stärken. Dann fände sich sicherlich sogar ein vernünftiger Pächter fürs Bahnhofsrestaurant.

Ein Markt dort hätte auf jeden Fall eine Zukunft. Und die sollte man für den Stadtteil nicht verspielen.

Quelle: RP
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