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Remscheid
Altkleider richtig verwerten

Remscheid. Das Kaufhaus Remscheid hat sich dem Dachverband FairWertung angeschlossen. Er stellt sicher, dass gespendete Kleidung, die nicht in den Verkauf geht, nach ökologischen und sozialen Standards vermarktet und recycelt wird. Von Solveig Pudelski

Nicht jedes gebrauchte Kleidungsstück, das Spender im Sozialkaufhaus am Markt abgeben, wird zum kleinen Preis an Menschen mit schmalem Budget weiterverkauft. Für Ware mit Mängeln oder für den hochwertigen, aber unmodischen Lodenmantel gäbe es keine Abnehmer. Aber der gute Stoff könnte eines Tages als Türisolierung in einem Neuwagen dienen. Damit der textile Rohstoff nicht in dunkle Kanäle dubioser Altkleiderhändler gerät, sondern möglichst recycelt wird, hat sich das Kaufhaus Remscheid am 1. März dem Dachverband FairWertung angeschlossen.

"Wir legen Wert darauf, dass die Altkleider nach ökologischen und sozialen Standards wiederverwertet oder vermarktet werden", erläuterte Petra Kipp, stellvertretende Geschäftsführerin der Arbeit Remscheid, gestern in einem Pressegespräch diesen Schritt. "Die Spender haben einen Anspruch darauf", ergänzte Kerstin Kaschub, Projektleiterin im Sozialkaufhaus. Dafür garantiere FairWertung.

Mit zertifizierten Sortierbetrieben

"Wir arbeiten nur mit zertifizierten Sortierern zusammen und verfolgen den Weg der Gebrauchtkleidung genau", sagte Andreas Voget, Geschäftsführer des Dachverbandes FairWertung. So sei sichergestellt, dass Alttextilien richtig sortiert, Rohstoffe möglichst verwertet werden. Ein Teil gehe in die Autoindustrie oder werde zu Dachpappe verarbeitet, ein Teil gehe in den Secondhand-Handel nach Osteuropa und Afrika. "Die Nachfrage nach Gebrauchtkleidung wächst, ist gibt einen riesigen Markt", berichtete Voget. Für viele Menschen sei es der einzige Weg, günstig an Kleidung zu kommen – beispielsweise an die Jeans für einen Euro.

Händler, die karitative Geschäfte vortäuschen oder illegal Sammelcontainer aufstellen, machen den schnellen Euro mit Verwertbarem, der Rest lande in den Öfen oder auf wilden Müllkippen.

Im Kaufhaus Remscheid wird die abgegebene Kleidung sortiert. Fehlen Knöpfe, sind Reißverschlüsse defekt, gehen Flecken nicht raus, dann landen die Textilien in blauen Säcken. Rund 15 bis 20 holt der Verwerter jede Woche ab.

Früher waren es Zivis der karitativ arbeitenden Organisationen, die die Altkleidung abholten. Als es die Helfer nicht mehr gab, "mussten wir die Kleidung zu den Sammelstellen bringen", sagte Kipp. Das sei für die gemeinnützige arbeitende Einrichtung ein großer Aufwand. Seit Vertragsabschluss mit FairWertung könne man sich den Weg sparen. Und die Einnahmen aus dem Verkauf der Altkleider, rund zehn Cent pro Kilo, kommen dem Sozialkaufhaus zugute.

Quelle: RP
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