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Remscheid
Auf Entdeckungs-Tour durch die Feilenfabrik

Remscheid. Beim Tag des offenen Denkmals führte ein Experte zahlreiche Besucher durch die Produktionsstätte im Eschbachtal. Von Hagen Thiele

In ihr atmet jeder Winkel den Geist vergangener Tage: Die Feilenfabrik Ehlis im Eschbachtal ist für Experten wie den Stadtführer Klaus R. Schmidt ein geschichtliches Kleinod. Nirgendwo sonst in Kontinentaleuropa gäbe es ein Industriedenkmal mit vergleichbarem historischen Wert. Das erkannten auch Filmemacher und nutzten die Produktionsstädte bereits mehrfach als Drehort. Entsprechend groß war jetzt beim Tag des offenen Denkmals das öffentliche Interesse. Bereits am Morgen trafen im Minutentakt neue Gäste ein.

Mit seinen gleichsam informativen wie auch spannenden Führungen nahm Klaus R. Schmidt die Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Wer hätte denn sonst gewusst, dass die Fabrik Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst als Feilenfabrik Falkenrath bekannt wurde, bevor ein gewisser Sensenschmied namens Ehlis sie übernahm? Man merkte deutlich, dass der Geschichtsexperte in Originaldokumenten des Remscheider Stadtarchivs recherchiert hatte. "Es ist schon äußerst faszinierend, was man heute so erfährt", meinte der Besucher Johannes Spicker.

Zusätzlich ließ Schmidt aber auch jüngere Anekdoten zur Verwendung als Drehort einfließen. So haben die Filmemacher etwa die großen Schleifmaschinen, die in der Haupthalle standen, einfach demontiert. Der Verlust war aber gering - sie waren ohnehin defekt und wurden eingelagert. Heute wird die Fläche als Ausstellungsraum für Objekte des Remscheider Künstlers Werner Wand genutzt. Wand sammelt Holzstücke sowie Metallobjekte, verpasst ihnen einen finalen Feinschliff und interpretiert sie. "Wir wissen, wie viele Menschen sich für die Feilenfabrik Ehlis interessieren und möchten heute die Gelegenheit nutzen, um ihnen einen Einblick zu gewähren", erklärte Walter Pricken. Nach dem Tod von Horst Ehlis, dem letzten Nachkommen der namensgebenden Schmiededynastie, im vergangenen Jahr erwarben die Mülheimer Unternehmer Volker Haag und Thomas Abbas sowie deren Prokurist Pricken das gesamte Gebiet um die Feilenfabrik, zu dem auch die angrenzende Villa gehört. Sowohl Fabrik als auch Villa stehen unter Denkmalschutz, das Gebiet selbst ist ausgewiesenes Bodendenkmal. "Wir möchten der Fabrik wieder Leben einhauchen", sagt Pricken. Dazu arbeite man eng mit der unteren Denkmalbehörde zusammen. Im August gründete sich zudem ein eigener Förderverein zur Erhaltung des Gebäudes. Informationen zur Mitgliedschaft erhalten Interessierte per Email an info@feilenfabrik-schlepenpohl.de.

Quelle: RP
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